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Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Filtering by Category: Allgemeine Tipps

Play with Passion!

Mihai Curteanu

Die wirklich guten Gitarristen – oder besser gesagt: Musiker – sind nicht diejenigen, die herausragende Skills besitzen oder extrem vielseitig spielen können. Es sind auch nicht unbedingt die, die das Publikum begeistern, denn Begeisterung ist meistens kurzfristig. Es sind diejenigen, die mit ihrem Gitarrenspiel und ihrer Musik etwas sagen können, andere Menschen berühren und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Dieser Gedanke lässt mich seit langer Zeit nicht mehr los. Es fing mit einem netten Zufall an, als ich Henrik Freischlader vor seinem Konzert in Trier kennenlernen durfte. Er hatte sich am Tag zuvor einen Fingernagel abgerissen, und zwar auf der Bühne während eines Gitarrensolos. Also spielte er die ganze Show mit einem dicken Pflaster auf seinem Mittelfinger. Zugegeben: die ersten zwei bis drei Nummern hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass Henrik etwas vorsichtig mit den Saiten umgeht – aber wer kann schon mit einer solchen Fingerwunde so tun, als wäre nichts passiert? Doch Herr Freischlader hatte sich gerade erst aufgewärmt. Er schien seine „Behinderung” langsam überhaupt nicht mehr wahrzunehmen und zerschredderte das Pflaster regelrecht beim Spielen.

Natürlich war es nicht die Sache mit dem Pflaster an sich, die mich so begeistert hat. Es war die Leidenschaft, mit der dieser Klasse-Gitarrist seine Geschichte auf der Bühne erzählt hat. Und diese Leidenschaft geht über jede Gitarrentechnik hinaus. In solchen Momenten kommen mir sämtliche Skalen, Harmonielehre oder Gitarrenübungen ziemlich nutzlos vor.

Ein ähnliches Erlebnis bot mir das Konzert des amerikanischen Blues-Gitarristen Josh Smith. Der Musiker aus Los Angeles gehört zur Zeit zu den heißesten Blues-Rock-Gitarristen weltweit und ja, er kann verdammt gut spielen! Und zwar von Country über traditionellen, authentischen Blues bis zu Funk und virtuosem Blues-Rock mit Shredding-Eskapaden.

Jedoch können heute tausende von Youtube-Gitarristen aus ihren Schlafzimmern ähnliche Virtuosität und gitarrentechnische Leistungen aufweisen. Was Josh Smith auf der Bühne liefert, bewegt sich auf einem ganz anderen Level. Er schafft es gleich beim ersten Song, das Publikum zu „fangen” und neugierig zu machen. Man möchte mehr von ihm hören und man kauft ihm die ganzen Emotionen, Lyrics und Statements wirklich ab. Das hat er viel mehr seinem musikalischen Können und seiner ehrlichen, leidenschaftlichen Ausstrahlung als seinem hervorragenden Gitarrenspiel zu verdanken. Und eins darf man auch nicht vergessen: es ist harte Arbeit, selbst wenn man das noch so gerne tut. Das sieht man Josh Smith wirklich an. Dass er seine elektrischen Gitarren mit den härtesten Saiten (13er-Sätzen) bespannt, verlangt noch größeren Respekt.

Bevor man über eine leidenschaftliche und charismatische Live-Performance reden kann, sollte man natürlich seine Hausaufgaben machen. Jeder erfolgreiche Gitarrist muss in seinem Leben ordentlich geübt haben. Aber kann man das Spielen mit Leidenschaft auch üben? Ich für meinen Teil glaube tatsächlich daran, dass es möglich ist. Dafür sollte man allerdings ein gewisses Niveau erreicht haben und diesen Aspekt möglichst bewusst umsetzen. Ich hoffe, ihr macht euch fleißig darüber Gedanken!

Tipps für Einsteiger: mit Akustik- oder E-Gitarre anfangen?

Mihai Curteanu

Wir leben in einer Welt des Habenwollens. Schnelle Erfolgserlebnisse werden als die Norm angesehen und Ausdauer wird immer weniger geschätzt. Busy ist uncool, Zeitmanagement vital und das Pareto-Prinzip kennt inzwischen jeder Grundschüler. Was hat das mit Gitarren zu tun? Nun, ich möchte es von vorneherein klarstellen: die größten Gitarristen dieser Welt sind nicht durch perfektes Zeitmanagement berühmt geworden. So gut wie jeder bekannte Gitarrist fing mit einer Akustikgitarre an und verfolgte keine schnellen Erfolge, sondern lernte sowohl diese als auch die elektrische zu beherrschen. Und eins haben alle Gitarrenhelden noch gemeinsam: sie berichten von jahrelanger, harter Arbeit, inklusive regelmäßig den ganzen lieben Tag geübt zu haben.

Okay, soweit sind das nur schöne Worte, während sich die meisten Anfänger mit konkreten Fragen beschäftigen. Eine dieser Fragen ist bestimmt jedem Leser bekannt und auch besonders umstritten: kann man mit einer E-Gitarre anfangen oder sollte man lieber mit einer Akustikgitarre die ersten Schritte machen?

Mit E-Gitarre anfangen: Ja oder Nein?

Ich versuche nun möglichst pragmatisch und klischeefrei an die Sache heranzugehen, deshalb gelten Sätze wie „Das wird schon immer so gemacht” oder „Dies wird doch so empfohlen“ für mich nicht als Argumente.

Warum also mit E-Gitarre anfangen? Meistens hat das tatsächlich mit einem starken Habenwollen-Faktor zu tun. Steht man als Jugendlicher oder Erwachsener auf Rock-Musik, so will man am liebsten auch das Hauptwerkzeug für Rock gleich bedienen: die elektrische Gitarre. Wir haben es wohl mit einem Motivations-Bonus zu tun. Man hört oft, eine E-Gitarre sei leichter zu spielen, weil die Saiten weicher sind, und deshalb für Anfänger gut geeignet. Das ist zum Teil ebenfalls wahr. Und schnelle Erfolgserlebnisse sind hier tatsächlich oft der Fall. Im Großen und Ganzen fangen allerdings Anfänger mit einer E-Gitarre an, weil sie das einfach möchten und dürfen. Und das ist eine gute Sache.

Was spricht dagegen? Zum einen die Ansprüche an die Technik. Eine E-Gitarre vernünftig klingen zu lassen erfordert nicht nur spielerische Erfahrung, sondern auch tiefgehende Kenntisse über Gitarrenequipment, die man als Einsteiger nicht haben kann. Irgendwo muss zwar jeder anfangen, aber gerade zu Beginn ist das Spielen wichtiger als das Equipment. Wer mit E-Gitarre anfängt, kann durch die enorme Vielfalt an elektrischen Sounds und Effekten schnell abgelenkt werden. Außerdem passiert es automatisch, dass man sich als E-Gitarren-Anfänger fast ausschließlich mit Powerchords, Riffs und vielleicht sogar Soli beschäftigt, jedoch die Grundlagen vernachlässigt: offene Akkorde, Strumming, Fingerpicking oder Flatpicking. Lasst uns mal ganz ehrlich sein: wer hat schon Spaß daran, „Wonderwall” oder „Dust In The Wind“ auf einer E-Gitarre zu üben?...

Also doch mit einer Akustikgitarre anfangen?

Egal ob Konzert- oder Western-Gitarre, hat diese Herangehensweise sowohl klare Vorteile als auch ihre Herausforderungen. Deshalb solltet ihr das am besten mit eurem Gitarrenlehrer besprechen und gemeinsam entscheiden.

Warum mit Akustikgitarre loslegen? Das hat mit klassischem Unterricht oder altmodischen Methoden heute nichts mehr zu tun, sondern eher mit einer sinnvollen, nachhaltigen Entwicklung als Gitarrist und Musiker. Wenn so gut wie alle Profis sowohl die elektrische als auch die akustische Gitarre meistern – und das ist ein Fakt! – dann ist es nur logisch, dass man die letztere nicht vermeiden sollte. Und mit einer Akustikgitarre hat man als Anfänger weniger „technische” Probleme, keine Ablenkung durch zusätzliche Geräte und Spielereien, und i.d.R. sogar niedrigere Kosten. Man ist sozusagen gezwungen, sich auf das Spielen zu konzentrieren, und so lernt man auch dieses Instrument am besten kennen: ohne Verstärker und ohne Effekte. Hat man die Basics hinter sich, dann ist es eine natürliche und wohlverdiente Weiterentwicklung, auf E-Gitarre umzusteigen, oder besser gesagt: seine Spielweise mit der E-Gitarre zu ergänzen. Und dafür muss man nicht mal so lange warten, denn bereits nach etwa einem halben Jahr ist dieser Umstieg für motivierte Anfänger völlig unproblematisch.

Was spricht doch gegen die Akustikgitarre? Manchmal lediglich der starke Wunsch, unbedingt E-Gitarre zu spielen, doch einfaches Habenwollen ist selten das vernünftigste Argument. In der Tat setzt die Anfangsphase auf einer Akustikgitarre wegen der härteren Saiten eine höhere Anstrengung als auf einer elektrischen voraus. Wenn man Fehler macht, dann scheppert es. Wenn man gut spielt, dann klingt es trotzdem nicht spektakulär. Hier spürt man die Bedeutung des Motto „Aller Anfang ist schwer” an der eigenen Haut… oder besser gesagt den eigenen Fingerkuppen.

Die Härte der Saiten hat allerdings weder Jimi Hendrix noch Eric Clapton oder Ritchie Blackmore daran gehindert Akustikgitarre zu lernen – und zwar ganz zu Beginn. Außerdem: wer eine akustische Gitarre zuerst „besiegt“, wird nicht nur mit einer guten spielerischen Basis, sondern auch mit ordentlicher Fingerkraft und abgehärteten Fingerkuppen belohnt. Und dann wird alles einfacher und man wird mit jeder anderen Gitarre besser klarkommen und schnellere Fortschritte machen.

Gitarre richtig stimmen: 3 wichtige Tipps

Mihai Curteanu

Immer hochstimmen!

Immer die Saiten hochstimmen, also anspannen, um den richtigen Ton zu erreichen! Es ist ein beliebter Fehler, eine zu hoch gestimmte Saite direkt auf den gewünschten Ton herunterzustimmen und dann sofort weiterzuspielen. Tut man dies, so wird sich die Saite innerhalb kürzester Spielzeit an der Mechanik weiter entspannen, wenn auch nur minimal, und aus der Stimmung geraten.

Dieses Phänomen hat in der Tat mechanische Ursachen. Stimmmechaniken sind Schneckengetriebe. Zwischen der Schneckenspindel, an der wir drehen, um die Saite zu stimmen, und dem Schneckenrad, auf dessen Achse die Saite gewickelt ist, besteht eine Maß-Toleranz (auch Spiel genannt). Wenn man also nach oben stimmt, bleibt das System unter Spannung, und das Spiel bleibt auf der spannungsfreien Seite. Stimmt man aber nach unten, zieht die Saite durch ihre Spannung das Schneckenrad soweit nach, bis es sich wieder am Anschlag des Schneckengewindes befindet. Das sind zwar nur wenige hundertstel Millimeter, die sich in der Stimmung dennoch bemerkbar machen.

Die Lösung lautet konkret: ist vor dem Stimmen eine Saite zu hoch, so sollte man diese zuerst etwas zu tief stimmen und dann langsam auf den korrekten Ton hochstimmen.

Stimme genau, wie du spielst!

Das ist ein enorm wichtiger Tipp, den sogar viele erfahrene Gitarristen nicht konsequent umsetzen: stimmt die Gitarre genau so, wie ihr sie spielt!

Was bedeutet das genau? Nun sollte jeder erstmal feststellen, dass der „Pitch” (die Tonhöhe) einer angeschlagenen Saite tatsächlich u.a. von der Anschlagsstärke abhängig ist. Das trifft sowohl auf offene als auch auf in allen Bünden gegriffene Saiten zu, und zwar gilt: je härter man spielt, umso höher wird der Pitch. Dieser leichte Pegel in der Tonhöhe dauert unter einer Sekunde, danach stabilisiert sich der Ton. Jedoch wird der Anschlagspegel sehr stark vom Gehör wahrgenommen und sollte beim Stimmen definitiv in Kauf genommen werden. Dieser Effekt ist vor allem bei Metallsaiten vorhanden und ist durch das Schwingungsverhalten des Materials bedingt. Kurz gesagt: Gitarrensaiten – genau wie Gitarren selbst – sind nie perfekt und bieten nur einen Kompromiss, mit dem man als Musiker arbeiten muss.

Der typische Fehler in dieser Hinsicht sieht meistens so aus: man stimmt leise und spielt danach laut. Die Tonhöhe aller offenen Saiten ist in diesem Fall auf den eher leisen Anschlag abgestimmt und so wundert man sich oft erst auf der Bühne, warum alles, was man spielt, sich verstimmt bzw. zu hoch anhört. Was tun? Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: schlagt die Saiten beim Stimmen genau so, wie ihr das beim Spielen tendenziell auch tut. Spielt ihr eher leise, dann stimmt leise. Spielt ihr meist laut und mit kräftigem Anschlag, dann unbedingt von vorneherein die Gitarre auch so stimmen! Zupft ihr hauptsächlich, dann zupft die offenen Saiten beim Stimmen an. Spielt ihr mit Plektrum, dann am besten auch damit stimmen.

Saiten dehnen!

Diese Regel ist für Anfänger oder beim Üben zu Hause nicht so wichtig. Dafür ist sie essenziell für Gitarristen, die live spielen möchten oder das schon tun: nach dem ersten Stimmen der Gitarre sollte man die Saiten etwas „stretchen” (ohne zu übertreiben!). Danach wird natürlich nachgestimmt.

Um eine Gitarre möglichst stimmstabil z.B. für einen Gig vorzubereiten, muss man die Spannung im Saitenmaterial und in den Wicklungen an den Mechaniken minimieren. Dafür zieht man jede Saite leicht mit den Fingern nach oben (also senkrecht über dem Griffbrett) und stimmt sie dann direkt nach. Besonders bei frischen Saiten sollte man dieses Verfahren definitiv mehrmals wiederholen, sonst steht man mitten im Auftritt plötzlich mit einer völlig verstimmten Gitarre da.

Natürlich sollte man die Saiten auch nicht übertrieben fest dehnen, sonst werden sie sich jedes Mal von der Mechanik aus verstimmen, und so ist man praktisch nie fertig. I.d.R. reicht es bei allen Saiten jeweils ein bis zwei mal zu stretchen und nachzustimmen (bei neuen Saiten drei bis vier mal).

Tipps für korrektes Stimmen und gute Tuning-Stabilität

Noch eine Empfehlung

Jede Gitarre ist anders. Manche sind durch ihre Konstruktion recht stimmstabil, andere halten einfach nicht gerne die Stimmung, und das kann leider unzählige mögliche Gründe haben (z.B. Sattelkerben, Steg, Mechaniken, Setup etc.). Außerdem ist allein die Art, wie man die Saiten aufzieht, für die Stimmstabilität entscheidend. Die hier beschriebenen Regeln sind zwar allgemein gültig, jedoch können sie nicht jedem Instrument zu einer vernünftigen Stimmstabilität verhelfen. Solltet ihr weiterhin Verstimmungsprobleme haben, so ist ein Besuch beim Gitarrenbauer oder Gitarrentechniker ratsam.