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Wie erkennt man eine gute Akustikgitarre – Der Papiertest

Gitarren-Blog

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Wie erkennt man eine gute Akustikgitarre – Der Papiertest

Mihai Curteanu

Woran erkennt man eine gute Akustikgitarre? Die Antwort auf diese Frage werdet ihr leider in keinem Blog oder Gitarrenforum lesen. Eine kompetente Begutachtung beruht auf jahrelanger Erfahrung, zahlreichen Vergleichstests und nicht zuletzt solider Spielpraxis. Und wegen der großen Vielfalt an Gitarrentypen und Auswahlkriterien ist es schlicht unmöglich, ein Rezept zu formulieren, wie man Gitarren am besten aussucht. Dennoch werde ich in den kommenden Artikeln einige einfache Tipps und Tricks für den Gitarrenkauf beschreiben. Es geht vor allem darum, wie man Herstellungsfehler oder versteckte Mängel aufspüren kann, und was man beim Kauf aufmerksam prüfen soll. So wird die Wahrscheinlichkeit hoffentlich größer, eine gute Akustikgitarre zu finden.

Diese Konzertgitarre ist beim Papiertest ganz klar durchgefallen.

Der Papiertest

Das ist das Allererste, was ich an einer Gitarre teste, egal ob Konzert- oder Western-Gitarre. Sogar bei manchen E-Gitarren macht dieser Test Sinn. Dafür braucht man lediglich ein möglichst dünnes, kleines Stück Papier, mit dem man den Steg auf feine Ritzen untersucht. Ist der Steg perfekt geleimt, kann man das Papierchen nirgendwo darunter schieben – die Gitarre hat den Papiertest also bestanden, und man kann sie ruhig weiter testen. Sollte das Papierchen eine „undichte” Stelle erwischen, wo sich der Steg von der Decke abgelöst hat, dann sollten direkt die Alarmglocken läuten: diese Gitarre ist definitiv nicht in Ordnung, und man sollte sie auch mit einem Preisnachlass nicht kaufen!

Diese „Krankheit” haben tatsächlich viele Akustikgitarren – mehr als man denkt, denn so etwas sieht man meistens nicht mit bloßem Auge. Und es kann jede Gitarre treffen, egal ob sie 200 oder 2000 Euro kostet, ob sie nagelneu oder 30 Jahre alt ist. Dieser Schaden hängt i.d.R. mit inadäquater Lagerung oder Behandlung des Instrumentes zusammen. Sollte die Gitarre extremen Klimabedingungen ausgesetzt werden, so kann sich innerhalb von wenigen Wochen oder sogar Tagen die Decke wölben und der Steg leicht von der Decke ablösen. Natürlich kommt es bei älteren Gitarren öfter vor, dass sie den Papiertest nicht bestehen, aber nicht selten passiert das auch bei neuen Instrumenten, die z.B. eine lange Reise zwischen mehreren Kontinenten auf einem Schiff verbracht haben.

Kaum sichtbarer, jedoch erheblicher Schaden: die Bridge dieser Western-Gitarre hat sich leicht von der Decke abgelöst. Papiertest: nicht bestanden!

Ironischerweise kann das Problem sogar bei Akustikgitarren auftreten, die in unklimatisierten Gitarren-Shops an der Wand hängen. Ist es wirklich schlimm, wenn man vor dem beabsichtigten Kauf nur eine winzige, z.B. 1-2mm tiefe Spalte entdeckt? Ja, denn diese winzige Spalte ist meistens ein Zeichen von starken Veränderungen des Deckenholzes. Sollte sich die Decke weiter wölben, hat man spätestens nach ein paar Jahren eine schlecht oder kaum mehr bespielbare Gitarre. Reparaturen in diesem Bereich sind zwar möglich, dennoch recht aufwendig und entsprechend teuer.

Wichtiger Tipp

Wenn ihr vorhabt, im Gitarrenladen eine Akustikgitarre zu kaufen, oder euch eine gebrauchte anzuschauen, denkt einfach immer daran, ein kleines dünnes Stück Papier dabei zu haben!