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Wie erkennt man eine gute Akustikgitarre – Die Bespielbarkeit

Gitarren-Blog

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Wie erkennt man eine gute Akustikgitarre – Die Bespielbarkeit

Mihai Curteanu

Obwohl das wahrscheinlich der kritischste Punkt bei der Begutachtung einer Gitarre ist, kann man dazu kaum konkrete Empfehlungen machen. Die Bespielbarkeit einer Gitarre hängt einfach von zu vielen Faktoren ab: Halskrümmung (neck relief), Halswinkel (neck angle), Saitenlage (action), Saitenabstände (string spacing), Sattelkerben, Bunddrahtmaße, Qualität der Bundierung etc. Nicht zuletzt hängt die Bespielbarkeit bzw. favorisierte Saitenlage mit der eigenen Spielweise zusammen und ist somit auch Geschmackssache. Was also tun, wenn man nicht unbedingt die Erfahrung hat, um all diese Aspekte genau zu untersuchen?

Erstens: einfach spielen. Und zwar laut – nicht übertrieben, aber eben nicht zu leise! Manche Gitarren verraten ihre Schwächen erst dann, wenn man sie ein wenig aus der Ruhe bringt. Am besten also zuerst mit dem Daumen oder einem Plektrum alle offenen Saiten laut anspielen. Wenn eine oder mehrere zu stark scheppern, dann braucht man die Gitarre normalerweise nicht weiter zu testen. Möglicherweise ist der Sattel zu tief gekerbt oder der Hals zu stark nach hinten gekrümmt. Ihr müsst immer bedenken, dass man bei einer Akustikgitarre kaum non-intrusive Möglichkeiten hat, die Saitenlage einzustellen. Dafür muss man die Gitarre zu einem Gitarrenbauer oder Fachmann bringen, der den Sattel und den Steg je nach Bedarf korrigieren oder anpassen kann (tiefer feilen, unterlegen oder ganz ersetzen). Viele Anfänger benutzen irrtümlicherweise den Halsstab um die Saitenlage bei Akustikgitarren zu verstellen. Das ist ein Fehler, denn der Halsstab (truss rod) ist nur dafür gedacht, den Hals gerade zu halten. Das heißt für eine Testgitarre: ist der Hals gerade und die Saiten scheppern, dann bekommt man das Problem ohne aufwändige Reparaturen nicht weg.

Vor dem Kauf jede Gitarre ausgiebig in allen Lagen spielen! Vertraut euren Fingern und Ohren mehr als jedem Verkäufer.

Zweitens: weiter spielen. Unbedingt das ganze Griffbrett möglichst gründlich bespielen und nicht nur offene Akkorde innerhalb der ersten drei Bünde! Viele Gitarren werden erst in den hohen Lagen „launisch” und schwer zu spielen. Oder – wenn man Pech hat – kann ein einziges zu hohes Bundstäbchen für Saitenscheppern sorgen. So etwas kann man nur entdecken, wenn man praktisch das ganze Griffbrett untersucht. Auch hier gilt: sollte sich die Gitarre zu mühsam spielen lassen, dann lieber die nächste probieren, oder einfach den Verkäufer fragen, ob mit dem Hals wirklich alles in Ordnung ist.

Natürlich kann es passieren, dass eine relativ einfache Justierung des Halsstabs die Bespielbarkeit sofort verbessert, aber dafür muss man auch etwas Glück haben. Wenn man sich damit nicht auskennt, dann wird es umso schwieriger. Ich würde euch raten, beim Kauf einer neuen Akustikgitarre kein Risiko einzugehen. Nur wenn alles stimmt, d.h. die Gitarre lässt sich relativ leicht und ganz schepperfrei in allen Lagen spielen, sollte das Instrument für den Kauf in Frage kommen. Denn eine Gitarre klingt nur dann gut, wenn man gut und gerne darauf spielt. Und dafür muss sie den Spieler mit einer geeigneten Bespielbarkeit unterstützen.

Wichtiger Tipp

Wenn ihr gerne mit Plektrum spielt, denkt einfach daran, immer ein Plektrum zum Gitarrenkauf mitzunehmen. Wenn ihr Bedenken bezüglich der Bespielbarkeit habt, dann lieber die Gitarre nicht kaufen – ganz egal, wie gut sie sonst verarbeitet ist oder wie schön sie klingt!