Contact Us

Use the form on the right to contact us.

You can edit the text in this area, and change where the contact form on the right submits to, by entering edit mode using the modes on the bottom right. 

Staigerstr. 7
70499 Stuttgart
Germany

+49 172 6937722

Gitarrenunterricht und Ukulele-Unterricht in Stuttgart | Kurse, Workshops und Events für Anfänger und Fortgeschrittene | Lernen Sie Gitarre, Bass oder Ukulele!

Way Huge Red Llama

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Way Huge Red Llama

Mihai Curteanu

Heute haben wir ein ganz interessantes, schickes Pedal am Start: ein Red Llama Overdrive von Way Huge (oder genauer gesagt von Dunlop Electronics). Bevor ich dieses Gerät selbst gehört hatte, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, warum das Red Llama immer wieder als ein Mix zwischen Overdrive und Fuzz beschrieben wird. Inzwischen kann ich die landläufige Meinung bestätigen: es handelt sich wirklich um ein Overdrive mit leichtem Fuzz-Touch!

Normalerweise ist bei Effektgeräten dieser Art ein Tone-Regler ziemlich nützlich. Doch beim Red Llama vermisse ich ihn nicht. Mit wenig Drive verhält sich das Pedal tatsächlich klangneutral: der Höhenanteil bleibt relativ gleich und die Bässe werden nicht abgesenkt. So weit, so gut, aber wie klingt es denn? Ganz grob würde ich sagen: mit wenig Gain wie ein Overdrive und je mehr Zerre, umso Fuzz-artiger, wobei die Gain-Reserven des Red Llama nicht mal annähernd so hoch wie die eines echten Fuzz-Pedals sind.

Man braucht nicht lange, um nachvollziehen zu können, warum dieses Pedal ohne Tone-Poti gebaut wird. Das Red Llama ist kein Tubescreamer-Imitat, sondern hat seinen eigenen, einzigartigen Klang, und an diesem muss man eigentlich nicht viel herumregeln: entweder passt er, oder nicht. Wenn man darauf steht, dann wird man so gut wie jede Einstellung mögen. Ansonsten sollte man keine großen Hoffnungen auf Vielseitigkeit setzen: wir haben es hier eher mit einem „one trick pony” zu tun.

Nutzt man das Gerät als Overdrive z.B. vor einem cleanen Amp, so erhält man einen warmen, leicht rotzigen Sound, der sich sowohl für breite Akkorde und Rhythmus-Arbeit als auch für fette Blues-Soli wunderbar eignet. Wenn ich das Way Huge pauschal mit einem Ibanez Tubescreamer vergleichen müsste, dann würde ich sagen: das erstere hat mehr Bass, aufgeräumtere Mitten und einen wärmeren Klangcharakter. Red Llama deckt zwar den Low-Gain-Bereich sehr gut ab, obwohl sein Sound immer irgendwie „fluffig“ und nicht unbedingt obertonreich bleibt. Dreht man den Drive-Regler über 12 Uhr auf, so bleibt die Zerre weiterhin warm und „mild“. Man kann es mit diesem Pedal zwar schon rocken lassen, doch agressive Sounds mag es einfach nicht gerne. Besonders gut harmonieren Einstellungen mit wenig Gain (9 bis 11 Uhr) mit Strats und Teles, deren Single-Coils dadurch lebendiger klingen und einen fetten, angezerrten Attack entwickeln. Schmeißt man eine Humbucker-Gitarre nach dem Red Llama, so kann das Ergebnis mitunter etwas „matschig“ werden. Was nicht unbedingt schlecht sein muss (für den „Woman Tone” oder für Slide-Gitarre z.B. eine wunderbare Kombination).

Ich glaube, dass das letztendlich auch das größte „Problem“ des Way Huge Red Llama sein könnte: es ist weder Fisch noch Fleisch. Weder singend und durchsetzungsfähig wie ein grünes Overdrive noch rau und bissig wie ein Fuzzface. Das dürfte experimentierfreudigen Gitarristen trotzdem nichts ausmachen. Außerdem ist das Pedal bestens verarbeitet und bietet ein gesundes Preis-Leistungsverhältnis. Gut sieht es auch aus, vor allem mit dem hellen, blauen LED.