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Wampler Plexi Drive

Gitarren-Blog

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Wampler Plexi Drive

Mihai Curteanu

In meinem Kopf besteht kein Zweifel, dass Wampler fantastische Effektgeräte baut, die zu den besten auf dem heutigen Markt gehören. Ob sie allerdings immer den „Boutique”-Status und somit derart hohe Preise verdient haben, ist eine andere Frage mit m.E. nicht ganz so deutlicher Antwort. Brian Wampler haut zur Zeit neue Produkte raus, als gäbe es kein Morgen, und so darf man sich zurecht fragen: können wirklich alle davon so gut sein? Denn teuer sind sie auf alle Fälle, unter 200€ ist bei Wampler nichts zu bekommen. Wir schauen uns den Wampler Plexi Drive an und versuchen herauszufinden, warum dieses Overdrive etwa zwei bis drei mal soviel wie andere ähnliche Geräte kostet.

Die Verpackung ist nett und der Plexi Drive ist definitiv sehr gut verarbeitet. Doch in aller Ehrlichkeit: ein Boss-Pedal steht dem Wampler in puncto Qualität und Robustheit in nichts nach. Ok, der Plexi Drive hat einen True Bypass, aber dieses Feature bekommt man inzwischen auch häufig bei Geräten unter 50€. Außerdem: wer etwas tiefer in die Materie eintaucht, wird früher oder später feststellen, dass ein True Bypass nicht immer einen Vorteil mit sich bringen muss.

Bisher sieht es nicht unbedingt gut aus für den Wampler. Es bleibt aber die Hoffnung, dass der Plexi Drive mit seinem Sound das Spiel für sich entscheidet. Mit wenig Gain und aufgedrehtem Volume-Poti eignet sich das Gerät schon mal wunderbar als Booster: es bleibt clean, wenn es clean bleiben muss, oder es zwingt den Clean-Channel zu einem Röhren-ähnlichen „Break-Up”, wenn man lieber einen solchen Sound erzeugen möchte. Der detaillierte, Röhren-ähnliche Klang des Wamplers im Low-Gain Bereich ist wahrscheinlich auch seine größte Stärke. Mit dem Bass-Schalter können dünn klingende Amps etwas „angefettet” werden. Der Tone-Regler arbeitet äußerst effektiv, um den Sound optimal anzupassen. Dreht man etwas mehr Gain rein, so kommt tatsächlich eine deutliche Ähnlichkeit mit früheren Marshalls zum Vorschein. Man kann z.B. einem Fender oder Fender-mäßigen Clean-Kanal einen recht authentischen, dynamischen Hendrix-Ton à la „Little Wing” oder „Hey Joe“ entlocken. Das ist wirklich klasse, obwohl der ein oder andere Gitarrist für eine solche Anwendung wahrscheinlich direkt einen Marshall-Amp bevorzugen würde. Ein echter Plexi ist aber teuer und schmerzhaft laut, also ist der Wampler Plexi Drive in Kombination mit einem bereits vorhandenen, cleanen Amp eine praktische Alternative.

Schade nur, dass das Gerät außer Booster-Qualitäten und Hendrix-Sounds nicht viel mehr zu bieten hat. Mit dem Gain-Regler über 12 Uhr wird der Klang etwas „fuzzy” und die Zerre nicht mehr ganz „Amp-like”, sondern ziemlich Effektgerät-artig. Auch im Zusammenspiel mit einem Marshall liefert der Plexi Drive nicht immer die besten Ergebnisse: zwei mal „britisch” hintereinander kann eben zu viel des Guten sein. Als Overdrive vor einem bereits verzerrten Amp macht der Wampler wieder eine sehr gute Figur – ob er für diesen Zweck allerdings besser geeignet ist als ein Tubescreamer, das ist Geschmackssache und darüber lässt sich lange streiten.

Ich möchte ungern die Firma Wampler schlecht reden, denn sicherlich sind viele, vielleicht sogar die meisten Wampler-Produkte ihren Preis wert. Von der Vielseitigkeit und dem Preis-Leistungsverhältnis des Plexi Drive bin ich jedoch nicht überzeugt. Hier ist tatsächlich eine wichtige Lehre zu ziehen: Gegenleistung hin oder her, teuer verkauft sich! Für viele Gitarristen (mich diesmal inklusive) gilt unterbewusst: das teuerste müsste das beste sein. Man kauft sozusagen mitunter das Preisschild und nicht das Produkt für seinen echten Nutzen. Dass diese Sichtweise niemandem zu einem guten Ton verhilft, ist inzwischen bekannt. Gott sei Dank!