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Guitar Talk mit Uwe Sicks

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Guitar Talk mit Uwe Sicks

Mihai Curteanu

Uwe, du bist in der Gitarrenbranche ziemlich vielseitig unterwegs. Bitte erzähle uns etwas über deine Jobs.

Uwe: Mein Hauptjob ist bei Hughes & Kettner, wo ich mich mit der anderen Seite der Gitarre beschäftige: Verstärkern. Früher war ich allerdings lange Zeit auch im Musikalienfachhandel tätig, und zwar 90% der Zeit in der Werkstatt. Alles, was an Gitarren repariert werden musste, habe ich also durch pure Notwendigkeit im Laufe der Jahre gelernt. Da ich von Beruf eh Handwerker bin, hat es mir natürlich auch Spaß gemacht, und zwar je „kniffeliger” etwas ist, umso lieber mache ich es. Seit einigen Jahren betreibe ich u.a. auch meine eigene Gitarrenwerkstatt und bin Rezensent bei GrandGuitars.

Uwe Sicks - Gitarrist und Gitarrentechniker aus St. Wendel

Ich hätte mal eine ganz unverschämte Frage: kann man heutzutage als Gitarrentechniker noch Geld verdienen?

Uwe: Ja, kann man, absolut. Es gibt nämlich zwei Kundensparten: die Berufsmusiker vom Gitarrenlehrer über Tourbegleiter bis Solokünstler oder Studio-Gitarristen, und dann gibt es die Gruppe der Hobby-Musiker, die ihre Instrumente teilweise „vergöttern”. Solche Leute haben so viel Freude an ihrem Hobby, dass sie oft bereit sind, viel Geld in ihre Instrumente zu investieren. Es gibt hier natürlich auch Gitarristen, die viel spielen und proben und immer auf der Suche nach weiteren Soundverbesserungen sind. Verschleißbedingt sind dementsprechend auch viele Reparaturen fällig.

Welche Modifikationen und Upgrades sind am gefragtesten?

Uwe: Ganz allgemein, sowohl bei Akustik- als auch bei E-Gitarren, ist eine Verbesserung der Bespielbarkeit sehr gefragt, nach dem Motto „Mach mal, dass sie sich besser spielen lässt!”. Die meisten Leute haben Probleme mit der Saitenlage und/oder den Bundstäbchen. Das ist eigentlich der Löwenanteil meiner Arbeit. Es gibt natürlich immer mal wieder Neubundierungen, und was unheimlich gut geht, sind Knochensättel. Ich kann das bis heute immer noch nicht verstehen, warum sogar auf teuren Gitarren oft billige Plastiksättel verbaut werden. Die andere Seite sind dann elektrische Umbauten aller Art: Tonabnehmeraustausch, Potis, Schalter, aktive Schaltungen, Pickups in akustische Intrumente einbauen usw.

Apropos Sättel: diese werden oft unterschätzt, obwohl sie für die Stimmstabilität entscheidend sind…

Uwe: Ja, dazu kommt die Tatsache, dass selbst Gitarristen, die schon viele Jahre spielen, manchmal immer noch die Saiten verkehrt aufziehen. Die Stimmstabilität fängt nämlich damit an, wie du die Saite auf die Mechanik aufspannst. Wenn man dazu noch ein bisschen Feintuning am Sattel macht, dann ist das Problem meistens schon gelöst.

Was für Reparaturen kommen sonst noch häufig vor?

Uwe: Bei jungen Gitarristen gibt es z.B. oft abgebrochene Kopfplatten, was hauptsächlich an der Les Paul-Konstruktion liegt. Es ist wirklich interessant: schlimme Unfälle mit Gitarren werden immer seltener, je älter die Gitarristen sind. Bei Akustikgitarren kommen z.B. herausgerissene Zargenbuchsen vor.

Als Gitarrentechniker muss man also Gibson wohl dankbar für die angewinkelte Kopfplatte sein!

Uwe [lacht]: Also, ich hatte noch nie eine Fender oder Fender-artige Gitarre mit abgebrochener Kopfplatte. Aber bei Gibson kann das sogar passieren, während die Gitarre im Koffer liegt!

Wie sieht es mit PRS aus? Diese Gitarren haben ja auch angewinkelte Kopfplatten, aber nicht so stark wie bei Gibson.

Uwe: Ja, PRS liegt genau in der Mitte. Paul Reed Smith wollte eine Gitarre bauen, die das Beste aus beiden Welten bietet. Eine PRS mit gebrochener Kopfplatte hatte ich auch noch nie.

Zurück zum Thema Reparaturen: es kommt immer wieder alles rund ums Tremolo vor, also Tremolo-Systeme ersetzen, reparieren, fixieren usw. Viele Kunden kennen nicht mal den Unterschied zwischen aufliegendem und frei schwebendem Setup eines Tremolos. Das sind eigentlich Basics, die man als Strat-Spieler wissen sollte.

Seltsame Anfragen gibt es ab und zu auch, wie z.B. Leute, die sich eine Gitarre im Supermarkt kaufen, die man einfach nicht reparieren oder so umbauen kann, dass man darauf vernünftig spielen kann. Diese Entwicklung finde ich sowieso furchtbar: die Industrie macht jeden Preis möglich, aber auf Kosten des Nutzwertes. Das wird aber den Kunden nicht gesagt. Als ich früher im Gitarrenladen gearbeitet habe, habe ich mich immer gewehrt, diese Einsteigersets mit Gitarre und Verstärker zusammen für 120€ zu verkaufen. Damit verliert man eher die Lust am Instrument.


7 Ja-oder-Nein Fragen

Klingt eine Nitro- besser als eine Polyurethan-Lackierung?
Uwe: Nein.

Klingt eine Gitarre durch jahrelanges Einspielen besser?
Uwe: Nein.

Klingen Vintage-Gitarren besser als moderne Instrumente?
Uwe: Nein.

Klingt ein dicker Hals besser als ein normaler?
Uwe: Nein.

Bringt eine Set-Neck- mehr Sustain als eine Bolt-On-Bauweise?
Uwe: Ja.

Mehr Holz = mehr Ton?
Uwe: Nein.

Klingen dicke Saiten besser?
Uwe: Ja.