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Tuning-Projekt: Squier Classic Vibe Telecaster

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Tuning-Projekt: Squier Classic Vibe Telecaster

Mihai Curteanu

Eine von mir neulich getestete Squier Classic Vibe Telecaster 50’s bekommt heute ein wohlverdientes, komplettes Setup und ein paar Upgrades. Da mein Kunde, der Besitzer dieser Gitarre, Hobby-Gitarrist ist und kein über-zuverlässiges Bühnen-Instrument braucht, haben wir gemeinsam entschieden, auf teure Modifikationen wie z.B. einen neuen Sattel, neue Pickups und Elektronik oder kostenintensive Hardware erstmal zu verzichten. Im Grunde geht es bei der Squier um ein kleines „Makeover”, das die Gitarre technisch und optisch mit minimalem Kostenaufwand ein wenig aufwerten wird.

Setup

Bevor überhaupt etwas unternommen wird, sollte man jede Gitarre gründlich prüfen und zumindest grob einstellen. Falls gravierende Probleme mit der Halskrümmung, Saitenlage, Intonation oder Elektronik auftreten, dann besteht ggf. das Risiko, dass die nachträglichen Modifikationen umsonst sind. Es kann also sein, dass die Gitarre aufwendige Reparaturen vom Gitarrenbauer dringender benötigt als jegliche Klang-Optimierung.

Bei unserer Squier ist alles soweit in Ordnung: der Hals ist gerade, Bünde sauber abgerichtet, Saitenlage passt und insgesamt überrascht die Gitarre am Amp mit einem völlig authentischen Tele-Sound ohne übertriebenes Brummen. Lediglich die Sattelkerben sind etwas zu hoch. Diese feile ich also auf die korrekte Höhe und im optimalen Winkel nach. Achtung: das Feilen der Sattelkerben setzt entsprechende Erfahrung und geeignetes Werkzeug voraus! Wer auf dem Gebiet neu ist, sollte diese Operation definitiv einem Fachmann überlassen, denn ein fehlgeschlagener Versuch kann schnell zu einem unbrauchbaren Sattel führen. Und dann wird es richtig teuer, denn hier haben wir es mit einem hochglanzlackierten Griffbrett zu tun.

Modifikationen

Im Gegensatz zur Sattel-Optimierung können die drei hier beschriebenen Upgrades relativ problemlos von jedem handwerklich geschickten Gitarristen umgesetzt werden.

Als erstes baue ich kompensierte Messing-Saddles ein, um die Bundreinheit zu verbessern. Diese Original-Ersatzteile von Fender sind zwar nicht die besten auf dem Markt, aber sie haben ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis. Klanglich sind sie absolut überzeugend, sie intonieren gut genug und bieten einen authentischen Fender-Look. Diese Modifikation kann ich jedem Besitzer einer Squier CV Tele definitiv empfehlen.

Fast jede Telecaster, die mir durch die Hände geht, bekommt einen Elektro-Socket. Dieses Buchsenblech ist viel zuverlässiger als der originale Telecaster-Jack-Cup und hat einen entscheidenden Vorteil: es lässt sich zur Not schnell und unkompliziert aufschrauben und wieder befestigen. Der Austausch kann allerdings ein wenig „tricky” werden, vor allem, weil man den sogenannten „retainer clip” mit einer großen Zange und etwas Kraftaufwand entfernen muss. Danach geht es aber locker weiter und man braucht nicht mal zu bohren. Die zwei Befestigungsschrauben des Elektro-Socket gehen problemlos direkt ins Holz.

Das Schlagbrett der Squier sieht einfach billig aus, also tausche ich es gegen ein einlagiges Bakelit-Pickguard (ebenfalls von Fender). Bei solchen Parts asiatischer Gitarren gibt es aber fast immer Probleme mit der Passgenauigkeit. So auch hier: das Pickguard hat leicht abweichende Maße, also muss ich manche Ränder gezielt leicht abfeilen, zwei Löcher minimal erweitern und andere Schrauben verwenden. Doch die Mühe und Geduld lohnt sich, denn optisch ist das Bakelit-Pickguard m.E. ein deutlicher Gewinn.

Feintuning

Nachdem alle Ersatzteile eingebaut sind, nehme ich mir Zeit für die letzten Setup-Touches. Dafür ziehe ich als erstes frische Saiten auf. Danach prüfe ich die Halskrümmung erneut und justiere die Intonation und die Saitenlage. Da die letzteren beiden Einstellungen sich gegenseitig beeinflussen, messe ich nach jeder Veränderung sowohl Intonation als auch Saitenlage und wiederhole diesen Schritt, bis alles passt. Die Squier habe mit Ernie Ball Super Slinky (9-42) und relativ niedriger Saitenlage „präpariert” (2,0mm für E6 und 1,6mm für die E1-Saite).

Ganz am Ende stelle ich die Pickup-Höhe ein, so dass beide Tonabnehmer möglichst ausgewogen und untereinander ausbalanciert klingen. Obwohl ich die meisten ab Werk empfohlenen Einstellungen gut kenne, mache ich diese Justierung hauptsächlich nach Gehör. Standard-Werte gelten zwar als Orientierung, dennoch gibt es in der Praxis je nach Gitarre immer wieder Abweichungen. Der Bridge-PU der Squier ist z.B. im Verhältnis zum Neck-PU ein wenig zu laut, also schraube ich ihn überdurchschnittlich weit herunter. Mit den äußeren Saiten am letzten Bund heruntergedrückt habe ich hier nach fertiger Arbeit folgende Abstände zwischen Pickups und Saiten gemessen: Neck-PU: E6 = 2,6mm; E1 = 2,2mm und Bridge-PU: E6 = 4,2mm; E1 = 3,5mm.