Contact Us

Use the form on the right to contact us.

You can edit the text in this area, and change where the contact form on the right submits to, by entering edit mode using the modes on the bottom right. 

Staigerstr. 7
70499 Stuttgart
Germany

+49 172 6937722

Gitarrenunterricht und Ukulele-Unterricht in Stuttgart | Kurse, Workshops und Events für Anfänger und Fortgeschrittene | Lernen Sie Gitarre, Bass oder Ukulele!

TonePros Hardware für Gibson

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

TonePros Hardware für Gibson

Mihai Curteanu

Konsequent gute Qualität ist nicht unbedingt Gibsons größte Stärke, also muss man oft einfach Glück (oder die nötige Erfahrung) haben, um eine gute Gibson zu bekommen. Meine 2013er Gibson SG Standard war von Anfang an ein echter Glücksgriff: einteiliger Mahagoni-Korpus, Leichtgewicht, schönes dunkles Palisander-Griffbrett und vor allem: wunderbare Bespielbarkeit und sehr guter Sound. Letztere Eigenschaft ist bei Gibson eigentlich auch zu erwarten, und mit den 57 Classic Pickups ist man sowieso auf der sicheren Seite.

Und trotzdem hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass der elektrische Sound besser sein könnte. Das akustische Fundament stimmt, es gibt keine Deadspots und der Sustain ist für eine SG-Bauweise mehr als vernünftig. Aber das gewisse Etwas hat gefehlt. Ein wenig habe ich den rauen, bissigen Attack einer guten SG vermisst.

Das ist der Punkt, an dem viele Gitarristen anfangen, die Pickups auszutauschen. Dabei wird eine der wichtigsten Klangquellen einer E-Gitarre schnell übersehen: die Hardware. Im Falle einer Gibson reden wir also über die Tune-o-Matic Bridge und das Stoptail-Piece. Diese Komponenten und deren Setup haben einen ungeheuren Einfluss sowohl auf den akustischen als auch den verstärkten Klang der Gitarre. Hier können Parameter beeinflusst werden, bei denen die Tonabnehmer eher machtlos sind: Schwingungsintensität, Obertonverhalten, Sustain und der grundlegende Klangcharakter (ähnlich wie ein innerer Equalizer) des Instrumentes.

Long story short: die Hardware jeder E-Gitarre ist verdammt wichtig. Bei den Gibson USA Standard-Modellen haben wir es leider meistens mit einer billig produzierten Tune-o-Matic Bridge zu tun und einem Stoptail Piece aus Zamak (einer schweren Zink-Legierung). Diese Teile klingen nicht unbedingt schlecht und sind vor allem für modernen Rock oder Metal geeignet. Wenn man seine Gibson klanglich in die Vintage-Richtung steuern möchte, empfiehlt sich i.d.R. ein Aluminium-Stoptail-Piece. Dadurch wird die Gitarre zwar minimal weniger druckvoll, dafür aber transparenter und obertonreicher. Etwas mehr Höhen werden sich bemerkbar machen, was viele Gitarristen als zusätzlichen Sustain empfinden. In Wahrheit verlängert das Aluminium den Sustain kaum, oft sogar im Gegenteil! Dennoch bringt es tatsächlich eine deutliche Veränderung in der Klangfarbe und im Obertonverhalten einer Gitarre.

Für die Gibson SG Standard habe ich insgesamt drei Brücken und drei Stoptail-Pieces verglichen: Gibson, Faber und TonePros. Obwohl ich sonst die Faber-Ersatzteile bevorzuge, habe ich mich bei der 2013er SG für TonePros entschieden. Genauer gesagt habe ich eine TonePros T3BP Bridge und ein TonePros T1ZSA Alu-Stopbar installiert. Die beiden Teile passen auf Anhieb auf Gibson USA-Modelle, und das natürlich ohne tiefgreifende Modifikationen, d.h. die Gewindehülsen der Bridge und des Stopbars können drin bleiben. Zusammen kosten die TonePros-Komponenten nicht gerade wenig Geld, also lohnt sich das Upgrade? Meine Antwort gilt zwar bestimmt nicht für jeden, aber lautet trotzdem: auf jeden Fall.

Plus-Punkte

  • Beide Teile werden mit kleinen Madenschrauben arretiert. Hat man die perfekte Einstellung gefunden, dann „lockt” man die Bridge und das Stopbar ein, und da bewegt sich nichts mehr. Das Saitenwechseln wird dadurch deutlich erleichtert und es kann nicht mehr vorkommen, dass man dabei die Saitenlage aus Versehen verstellt.
  • Die Intonation wird i.d.R. auch etwas verbessert bzw. stabilisiert, weil die TonePros-Hardware überhaupt kein Spiel aufweist.
  • Die Brücke ist maschinell gekerbt, und das sorgt für eine saubere Tonentfaltung und eine optimale Bespielbarkeit. Die Kerben sind nämlich perfekt an den Gibson-Griffbrettradius (12”) angepasst.
  • Für die Klangveränderung ist zum größten Teil das Alu-Stoptail-Piece verantwortlich. Das Aluminium fördert die akustische Resonanz der Gibson, die nach dem Tuning spürbar lauter und lebendiger klingt. Am Amp übersetzen sich die neu gewonnenen Qualitäten durch einen etwas höhenreicheren, dynamischeren Sound.

Minus-Punkte

  • Durch die Arretierung verspricht TonePros einen Sustain-Gewinn, den ich einfach nicht feststellen kann. Das ist m.E. auch ziemlich offensichtlich, denn die Kontaktauflagen werden dadurch kaum vergrößert, also dürfte man auch kein besseres „Coupling” erwarten. Das ist zwar kein Nachteil - letztendlich hat man nichts an Sustain verloren - aber ich muss es erwähnen.
  • Die „Studs“ (Bolzen) des T1ZSA-Stopbars sind unsauber verchromt. Bei diesem stolzen Preis ist das enttäuschend. Zum Glück aber nicht weiter tragisch, es bleiben einfach die ursprünglichen Bolzen drin.

Wenn man die Sache ganz pragmatisch angeht, kann man die TonePros Teile wohl als überteuert betrachten. Ohne die Bridge auszutauschen kann man mit einem günstigeren, einfachen Alu-Stoptail-Piece (z.B. von Faber oder ABM) fast das gleiche klangliche Resultat erzielen. Wer allerdings den zusätzlichen Komfort der TonePros-Ersatzteile gerne hätte, muss mehr bezahlen. Wie im Leben sonst auch.