Contact Us

Use the form on the right to contact us.

You can edit the text in this area, and change where the contact form on the right submits to, by entering edit mode using the modes on the bottom right. 

Staigerstr. 7
70499 Stuttgart
Germany

+49 172 6937722

Gitarrenunterricht und Ukulele-Unterricht in Stuttgart | Kurse, Workshops und Events für Anfänger und Fortgeschrittene | Lernen Sie Gitarre, Bass oder Ukulele!

Tipps zum Üben: Zielsetzung und Strategien

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Tipps zum Üben: Zielsetzung und Strategien

Mihai Curteanu

Es gibt heutzutage immer mehr Gitarristen, die das Gitarrespielen eher wie eine Art Sport betreiben. Es ist wahrscheinlich auch ein Symptom der YouTube-Generation: immer schneller, technischer, moderner und spektakulärer. Dass man mit einem Instrument arbeitet, dessen Zweck es ist, Musik zu produzieren, wird dabei leider oft außer Acht gelassen.

In Bezug auf einen gitarristischen Wettbewerb machte vor vielen Jahren ein befreundeter Musiker einen Vergleich, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Er meinte, Gitarristen seien inzwischen wie Bodybuilder: sie wollen perfekte Körper haben, ohne sich die aufgebaute Muskulatur zunutze zu machen. Und genau wie ein guter Bodybuilder alle Muskelgruppen trainiert, so denken viele Gitarristen, dass sie unbedingt Alternate Picking, Tapping, String Skipping, Sweep Picking, Hybrid Picking, Pinch Harmonics und alle möglichen Spieltechniken und Tricks beherrschen müssen. Die Musikbranche zeigt jedoch immer wieder, dass „Hochleistungsgitarristen” selten erfolgreiche oder gar gefragte Musiker sind. Das liegt einfach daran, dass viele davon über ständiges Technik-Üben das Musikmachen vergessen.

Warum erwähne ich diese Geschichte und was hat sie mit dem Titel dieses Artikels zu tun? Gar nicht so wenig, eigentlich. Bevor wir uns mit dem Thema Üben im Detail auseinandersetzen, ist es ganz wichtig, dass jeder sich über seine Ziele als Gitarrist Gedanken macht. Denn ohne eine klare Zielsetzung und eine realistische, pragmatische Strategie läuft man Gefahr, unnötige Sachen jahrelang zu üben.

  • Ein Beispiel: was nutzt es mir täglich stundenlang Alternate Picking zu üben, wenn ich eher davon träume, als Singer-Songwriter den Durchbruch zu schaffen? Diese Zeit verwende ich doch tausendmal sinnvoller, indem ich Strumming, Fingerpicking oder Flatpicking übe, an Songwriting und Performance arbeite, und evtl. ein wenig in Harmonielehre eintauche. Genau so wenig kann ich moderne Techniken wie z.B. Sweep Picking gebrauchen, wenn ich in einer Classic Rock Coverband spiele. In einem solchen Fall empfiehlt es sich eher, seine Rhythmus-Skills zu verbessern und sich eine Blues-orientierte Solo-Spielweise anzueignen.
  • Solche Beispiele gibt es allerdings auch in die andere Richtung: möchte ich bspw. modernen Instrumental-Rock à la Joe Satriani oder Progressive-Rock im Stil von Dream Theater spielen, so habe ich für meine Zwecke relativ wenig davon, ständig Fingerpicking zu üben. Hierfür bräuchte man tatsächlich viel „Gitarrengymnastik” und recht anspruchsvolle Spieltechniken.

Und trotzdem: es kann nicht schaden, seinen Horizont zu erweitern. Manchmal sollte man auch kleine Umwege in Kauf nehmen, um sein Ziel zu erreichen. Entscheidend ist es, dass man eben ein Ziel hat und es nie aus den Augen verliert. Egal ob Anfänger oder erfahrener Gitarrist, sollte man solche Fragen möglichst ehrlich und realistisch für sich beantworten: was habe ich mit der Gitarre in den nächsten Jahren konkret vor? Was möchte ich erreichen und was muss ich dafür können? Kurz gesagt: was für ein Musiker möchte ich werden?