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Tipps zum Üben: Learn to Listen!

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Tipps zum Üben: Learn to Listen!

Mihai Curteanu

Diese Frage kommt einem fast banal vor: „Hast du den Song im Ohr?”... „Klar doch, das kennt man ja!” lautet manchmal die Antwort. Damit ist leider oft gemeint, dass man den Song irgendwann vor kurzer oder längerer Zeit schon mal gehört hat. Ich kann seit vielen Jahren u.a. bei meinen eigenen Gitarrenschülern feststellen: das Hören wird unterschätzt und teilweise sogar völlig vernachlässigt.

In der Tat geht es hier um ein mehr als ernsthaftes Thema, denn Hören ist nicht gleich Hören. Hat man den Song nicht wirklich gut im Ohr, so kann das Üben auf der Gitarre schnell problematisch werden. Wenn man das Gitarrespielen ernst nimmt, sollte man auch etwas daran ändern, wie man der Musik zuhört. Auch das kann man nämlich erlernen. Entscheidend sind zwei Aspekte: wie und wie oft.

Songs hören: wie oft?

Wie oft sollte man also Musik hören? Hier gibt es offensichtlich keine Pauschal-Antwort, es hängt also von jedem einzelnen ab. Aber eins ist schon mal sicher: das Hören darf nicht zu kurz kommen. Es reicht z.B. definitiv nicht, einen Song im Radio beim Autofahren einmal gehört zu haben, um damit loszulegen. Und dass man den Song von irgendwoher kennt, hilft auch nicht viel. Man sollte die Sachen, die man auf der Gitarre lernen möchte, ganz frisch bzw. sehr gut im Ohr haben.

  • Hierzu habe ich einen konkreten Vorschlag: entscheidet man sich für ein Stück, das man spielen möchte, so sollte man es zunächst 2-3 Mal hintereinander hören. Danach immer wieder bei Bedarf – am besten einmal vor dem Üben – laufen lassen.

Ich kann mich noch gut erinnern an die Jahre, in denen ich mit Gitarrespielen anfing. In dieser Zeit hatte ich extrem viel Musik gehört, und zwar so gut wie immer die Songs, die ich nachspielen wollte. Meistens hatte ich mir lange Playlists mit meinen Lieblingsbands erstellt und diese Tag und Nacht laufen lassen. Ja, manchmal habe ich sogar mit Musik im Hintergrund geschlafen! Zugegeben: nicht jeder kann sich dabei überhaupt noch auf etwas anderes konzentrieren (ich selbst mittlerweile auch nicht mehr), aber damals hat mir das definitiv geholfen.

Und wie?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Fakt ist allerdings, dass Musiker Musik anders hören als Nicht-Musiker. Es gibt nicht wirklich ein Rezept für das, was nach langjähriger Erfahrung passiert: man lernt die verschiedenen Instrumente in einem Musikstück immer besser voneinander zu unterscheiden, Rhythmen und Taktarten zu erkennen, Akkordwechsel und Tonartwechsel wahrzunehmen. Vieles davon passiert intuitiv, jedoch nicht ganz von allein.

Ich kann mir gut vorstellen, dass der vorige Absatz einen Anfänger erstmal mehr verwirrt als weiterbringt. Was also tun? Ganz einfach: bewusster, aufmerksamer und intensiver hören. Des Weiteren kann man eine gewisse Musikrichtung, die man auf der Gitarre spielen möchte, besser verarbeiten, wenn man sich mit entsprechenden Songs und Alben beschäftigt. Alles „querbeet” im Radio laufen zu lassen ist dagegen viel weniger effektiv. Hier noch ein paar konkrete Tipps:

  • Konzentriert euch beim Zuhören insbesondere auf die Gitarrenparts. Versucht ggf. Akustikgitarren und E-Gitarren zu identifizieren und voneinander zu unterscheiden.
  • Rhythmus mit dem Fuß mitwippen oder dabei sogar Luftgitarre mit der rechten Hand spielen. Das hilft auf Dauer, Taktarten und entsprechende Anschlagsmuster herauszufinden.
  • Gesangsmelodien und sogar Gitarren-Soli mitsingen oder mitsummen. Dafür müssen die meisten Gitarristen eine gewisse Hemmschwelle überwinden, doch es lohnt sich, denn das Mitsingen von Melodien ist nichts anderes als Gehörtraining.
  • Wollt ihr eure Gehörfähigkeiten boosten? Hört klassische Musik! Nirgendwo werdet ihr einen solchen Reichtum an Instrumenten, Harmonien, Rhythmen, Melodien, Skalen usw. finden wie in klassischen Stücken. Wegen des hohen Wiedererkennungswertes seiner Kompositionen eignet sich Mozart sehr gut für den Einstieg.

Und nicht zuletzt: genießen! Musikhören darf auf keinen Fall zur Hausaufgabe werden. Auch den technischen Aspekt sollte man nicht außer Acht lassen. Vermeidet also billige Stereo-Anlagen und umso mehr die kleinen Laptop-Speaker! Vernünftige Boxen oder ein guter Kopfhörer machen einen riesigen Unterschied, wie man Musik wahrnimmt und verarbeitet.