Contact Us

Use the form on the right to contact us.

You can edit the text in this area, and change where the contact form on the right submits to, by entering edit mode using the modes on the bottom right. 

Staigerstr. 7
70499 Stuttgart
Germany

+49 172 6937722

Gitarrenunterricht und Ukulele-Unterricht in Stuttgart | Kurse, Workshops und Events für Anfänger und Fortgeschrittene | Lernen Sie Gitarre, Bass oder Ukulele!

Tipps für Einsteiger: mit Akustik- oder E-Gitarre anfangen?

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Tipps für Einsteiger: mit Akustik- oder E-Gitarre anfangen?

Mihai Curteanu

Wir leben in einer Welt des Habenwollens. Schnelle Erfolgserlebnisse werden als die Norm angesehen und Ausdauer wird immer weniger geschätzt. Busy ist uncool, Zeitmanagement vital und das Pareto-Prinzip kennt inzwischen jeder Grundschüler. Was hat das mit Gitarren zu tun? Nun, ich möchte es von vorneherein klarstellen: die größten Gitarristen dieser Welt sind nicht durch perfektes Zeitmanagement berühmt geworden. So gut wie jeder bekannte Gitarrist fing mit einer Akustikgitarre an und verfolgte keine schnellen Erfolge, sondern lernte sowohl diese als auch die elektrische zu beherrschen. Und eins haben alle Gitarrenhelden noch gemeinsam: sie berichten von jahrelanger, harter Arbeit, inklusive regelmäßig den ganzen lieben Tag geübt zu haben.

Okay, soweit sind das nur schöne Worte, während sich die meisten Anfänger mit konkreten Fragen beschäftigen. Eine dieser Fragen ist bestimmt jedem Leser bekannt und auch besonders umstritten: kann man mit einer E-Gitarre anfangen oder sollte man lieber mit einer Akustikgitarre die ersten Schritte machen?

Mit E-Gitarre anfangen: Ja oder Nein?

Ich versuche nun möglichst pragmatisch und klischeefrei an die Sache heranzugehen, deshalb gelten Sätze wie „Das wird schon immer so gemacht” oder „Dies wird doch so empfohlen“ für mich nicht als Argumente.

Warum also mit E-Gitarre anfangen? Meistens hat das tatsächlich mit einem starken Habenwollen-Faktor zu tun. Steht man als Jugendlicher oder Erwachsener auf Rock-Musik, so will man am liebsten auch das Hauptwerkzeug für Rock gleich bedienen: die elektrische Gitarre. Wir haben es wohl mit einem Motivations-Bonus zu tun. Man hört oft, eine E-Gitarre sei leichter zu spielen, weil die Saiten weicher sind, und deshalb für Anfänger gut geeignet. Das ist zum Teil ebenfalls wahr. Und schnelle Erfolgserlebnisse sind hier tatsächlich oft der Fall. Im Großen und Ganzen fangen allerdings Anfänger mit einer E-Gitarre an, weil sie das einfach möchten und dürfen. Und das ist eine gute Sache.

Was spricht dagegen? Zum einen die Ansprüche an die Technik. Eine E-Gitarre vernünftig klingen zu lassen erfordert nicht nur spielerische Erfahrung, sondern auch tiefgehende Kenntisse über Gitarrenequipment, die man als Einsteiger nicht haben kann. Irgendwo muss zwar jeder anfangen, aber gerade zu Beginn ist das Spielen wichtiger als das Equipment. Wer mit E-Gitarre anfängt, kann durch die enorme Vielfalt an elektrischen Sounds und Effekten schnell abgelenkt werden. Außerdem passiert es automatisch, dass man sich als E-Gitarren-Anfänger fast ausschließlich mit Powerchords, Riffs und vielleicht sogar Soli beschäftigt, jedoch die Grundlagen vernachlässigt: offene Akkorde, Strumming, Fingerpicking oder Flatpicking. Lasst uns mal ganz ehrlich sein: wer hat schon Spaß daran, „Wonderwall” oder „Dust In The Wind“ auf einer E-Gitarre zu üben?...

Also doch mit einer Akustikgitarre anfangen?

Egal ob Konzert- oder Western-Gitarre, hat diese Herangehensweise sowohl klare Vorteile als auch ihre Herausforderungen. Deshalb solltet ihr das am besten mit eurem Gitarrenlehrer besprechen und gemeinsam entscheiden.

Warum mit Akustikgitarre loslegen? Das hat mit klassischem Unterricht oder altmodischen Methoden heute nichts mehr zu tun, sondern eher mit einer sinnvollen, nachhaltigen Entwicklung als Gitarrist und Musiker. Wenn so gut wie alle Profis sowohl die elektrische als auch die akustische Gitarre meistern – und das ist ein Fakt! – dann ist es nur logisch, dass man die letztere nicht vermeiden sollte. Und mit einer Akustikgitarre hat man als Anfänger weniger „technische” Probleme, keine Ablenkung durch zusätzliche Geräte und Spielereien, und i.d.R. sogar niedrigere Kosten. Man ist sozusagen gezwungen, sich auf das Spielen zu konzentrieren, und so lernt man auch dieses Instrument am besten kennen: ohne Verstärker und ohne Effekte. Hat man die Basics hinter sich, dann ist es eine natürliche und wohlverdiente Weiterentwicklung, auf E-Gitarre umzusteigen, oder besser gesagt: seine Spielweise mit der E-Gitarre zu ergänzen. Und dafür muss man nicht mal so lange warten, denn bereits nach etwa einem halben Jahr ist dieser Umstieg für motivierte Anfänger völlig unproblematisch.

Was spricht doch gegen die Akustikgitarre? Manchmal lediglich der starke Wunsch, unbedingt E-Gitarre zu spielen, doch einfaches Habenwollen ist selten das vernünftigste Argument. In der Tat setzt die Anfangsphase auf einer Akustikgitarre wegen der härteren Saiten eine höhere Anstrengung als auf einer elektrischen voraus. Wenn man Fehler macht, dann scheppert es. Wenn man gut spielt, dann klingt es trotzdem nicht spektakulär. Hier spürt man die Bedeutung des Motto „Aller Anfang ist schwer” an der eigenen Haut… oder besser gesagt den eigenen Fingerkuppen.

Die Härte der Saiten hat allerdings weder Jimi Hendrix noch Eric Clapton oder Ritchie Blackmore daran gehindert Akustikgitarre zu lernen – und zwar ganz zu Beginn. Außerdem: wer eine akustische Gitarre zuerst „besiegt“, wird nicht nur mit einer guten spielerischen Basis, sondern auch mit ordentlicher Fingerkraft und abgehärteten Fingerkuppen belohnt. Und dann wird alles einfacher und man wird mit jeder anderen Gitarre besser klarkommen und schnellere Fortschritte machen.