Contact Us

Use the form on the right to contact us.

You can edit the text in this area, and change where the contact form on the right submits to, by entering edit mode using the modes on the bottom right. 

Staigerstr. 7
70499 Stuttgart
Germany

+49 172 6937722

Gitarrenunterricht in Stuttgart | Kurse, Workshops und Events für Anfänger und Fortgeschrittene | Lernen Sie Gitarre, Bass oder Ukulele!

Guitar Talk mit Thomas Blug

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Guitar Talk mit Thomas Blug

Mihai Curteanu

Thomas, seit ein paar Jahren hört man deinen Namen in so gut wie jedem Gitarristengespräch. Was gibt es Neues?

Thomas: Ich habe Ende 2014 zwei neue Produkte unter der Eigenmarke BluGuitar auf den Markt gebracht: eine Gitarre und einen Verstärker. Ich habe zwar weitaus mehr Ideen, aber ich musste mit irgendwas anfangen. Die BluGuitar 61 Masterbuild ist eine Replika meiner 61er Fender Stratocaster. Ich bin mir durchaus bewusst, dass das zu 100% gar nicht geht – das sollte auch keiner erwarten. Ich habe selbst schon den Versuch unternommen, mit Vintage Fender-Teilen eine Ersatzgitarre für meine Original-61er zu bauen, also mit einem alten Hals, einem alten Body, alter Hardware, Pickups usw. – es ist eine sehr gute Gitarre geworden, aber nicht 1:1 wie meine alte Strat. Mit der BluGuitar haben also Trevor Wilkinson, Andreas Kloppmann und ich zusammen versucht, ohne uns vom Preis einschränken zu lassen, das Non-Plus-Ultra zu bauen.

Thomas Blug - Gitarrist und Gründer von BluGuitar

Lass uns dann ein bisschen über deine Philosophie als Gitarrenentwickler reden. Was macht für dich eine gute E-Gitarre überhaupt aus?

Thomas: Generell ist für mich die emotionale Ebene sehr wichtig. Wenn ich die Gitarre in die Hand nehme und sie zu mir „Hallo” sagt, dann lasse ich sie auch rein. Egal wie teuer oder wie gut die einzelnen Komponenten sind. Es kann eine seltsam klingende Gitarre mit tollem Spielgefühl sein, oder eine super klingende Gitarre mit einem etwas schwierigeren Spielgefühl – irgendwo muss sie ein Erlebnis mit sich bringen. Wenn das passiert, dann versuche ich meistens die Aspekte herauszufinden, die mich an dem Instrument faszinieren. Meine Vorstellungen von guten Gitarren sind mit einer gewissen Dynamik, Ansprache, Tiefe und einem gewissen Klangbild und Sustain verbunden. Ich bin z.B. beim Klangbild sehr empfindlich, vielleicht auch überempfindlich: die Gitarre darf nämlich weder mir noch meinen Zuhörern „weh tun”. Wenn diese Qualitäten, also meine subjektive Klangvorstellung plus die wirklichen, faktischen Parameter in einer interessanten Mischung vorhanden sind, dann ist das für mich ein faszinierendes Instrument.

Apropos Parameter: wenn du nur fünf konkrete Aspekte, die du an einer Gitarre am meisten schätzt, nennen dürftest, welche wären diese?

Thomas: Bespielbarkeit, Klangbild, Dynamik, dann kommen als nächstes die Ansprache und die Funktionalität. Unter letzterem Aspekt verstehe ich u.a., wie gut eine Gitarre im Bandkontext funktioniert.

Warum würde ich mir eine BluGuitar anstatt einer Fender Stratocaster kaufen wollen?

Thomas: Die Fender Stratocaster ist mit Sicherheit eine tolle Gitarre, aber die BluGuitar ist meiner 61er Fender Stratocaster nachempfunden, mit allem, was mit dieser Gitarre passiert ist und sie so besonders macht. In dieser Gitarre steckt die Arbeit von Trevor Wilkinson, einem der erfahrensten Menschen auf diesem Gebiet, das Know-How von Andreas Kloppmann, einem absoluten Pickup-Spezialisten, und ich habe auch ein bisschen Erfahrung mitgebracht. So viel Zeit und Energie, wie wir in diese Gitarre investiert haben, wäre bei Fender wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen.

Wo werden die BluGuitars gebaut?

Thomas: In England, in Trevors kleinem Custom Shop.

Dein neuer AMP1-Verstärker verspricht viel Innovation, obwohl der heutige Gitarrenmarkt eher traditionsorientiert ist. Warum so ein modernes Konzept?

Thomas: Ich kann mir gut vorstellen, dass die Welt von mir erwartet hätte, dass ich eher eine Marshall Plexi-Kopie mit integriertem Power Soak und Einschleifweg bauen würde. Ich besitze jede Menge getunte Plexi Marshalls in allen Varianten, aber soll ich daraus ein Produkt machen? Nach so vielen Jahren in der Musikindustrie wäre das wirklich langweilig. Ich wollte also einen Verstärker machen, der diese Qualitäten hat, sie aber in ein neues Format bringt. Mein ganzes Know-How, das ich in den letzten 30 Jahren gesammelt habe, ist „analog“, deshalb haben wir das im AMP1 zu 100% analog umgesetzt. Natürlich ist das von der Technik und dem Material her eine ganz andere Sache als diese alten Marshalls, aber nicht vom Sound. Ähnlich wie bei der BluGuitar ist das zwar nicht zu 100% machbar, aber wir sind sehr nah dran. Außerdem hat der AMP1 so viele eigene Qualitäten, dass ich sagen muss: ich liebe den Sound und die Lebendigkeit alter Verstärker, aber ich mag mein neues Ding genau so gerne.

Mit Verstärkertechnik kenne ich mich nicht wirklich aus. Ist im AMP1 eigentlich eine Röhre drin?

Thomas: Ja, eine Röhre ist drin, aber sie macht natürlich nicht alles. Konzeptionell und Schaltungs-technisch ist dieses Ding wirklich anders als alles, was man bisher gehört und gesehen hat. Ich möchte nicht arrogant sein, aber ich weiß einfach, was Stand der Technik ist. Ich habe einen russischen Ingenieur engagiert, der jenseits von dem ist, was ich vorher kannte. Und ich kenne gute Jungs, die auch geile Suppen kochen. Aber dieser Typ ist eine Extraklasse, sonst hätte ich mich an das Projekt wahrscheinlich nicht herangetraut.

Ich kann auch verstehen, wenn jemand kommt und sagt „Mit der kleinen Sch…kiste kann es ja gar nicht gehen!“. Jeder hat ja bisher die Erfahrung gemacht, dass das tatsächlich nicht gehen kann. Aber ich sage: Ok, hört euch das Ding an, probiert es aus und dann werdet ihr sehen, was es kann. Da bin ich auf jeden Fall von überzeugt, dass es lebendig wie ein Vollröhrenamp klingt und die gleiche Power hat. Ob jeder hier seinen persönlichen Geschmack findet, das muss nicht sein. Ich habe mir zwar Mühe gegeben, eine gewisse Bandbreite an Sounds zu ermöglichen, und dass z.B. der Clean-Kanal richtig gut mit Effektgeräten funktioniert, aber ich kann es nicht jedem recht machen.

Welche Gitarristen-Typen interessieren sich bisher für deine Produkte und welches Zielpublikum hast du im Visier?

Thomas: Ich habe auf der Frankfurter Musikmesse zwei Interessentengruppen festgestellt. Einmal die Traditionalisten in meinem Alter und drüber, die meine 61er Strat meistens schon kennen und deshalb zu der BluGuitar sofort einen Bezug haben. Dann kommen sie zum Verstärker und erleben erstmal einen kleinen Kulturschock. Sie merken aber, dass er nicht schlecht klingt und dann heißt es: „Ich wollte schon die ganze Zeit nicht mehr so viel schleppen”. Ob diese Leute mit meinem AMP1 auch wirklich warm werden, das weiß ich nicht, aber ich vermute, dass der ein oder andere sich weiter trauen wird.

Auf der anderen Seite fand ich sehr spannend, dass eine Menge junger Gitarristen sich dafür interessieren. Sie sind nicht so vorgeprägt und haben damit gar keine Berührungsängste. Viele finden das Design cool, und wenn die Kiste gut klingt, dann ist alles kein Problem.


7 Ja-oder-Nein Fragen

Klingt eine Nitro- besser als eine Polyurethan-Lackierung?
Thomas: Ja.

Klingt eine Gitarre durch jahrelanges Einspielen besser?
Thomas: Ja.

Sind Vintage-Gitarren besser als moderne, gleichwertige Instrumente?
Thomas: Ja.

Klingt ein dicker Hals besser als ein normaler?
Thomas: Nein.

Bringt eine Set-Neck- mehr Sustain als eine Bolt-On-Bauweise?
Thomas: Ja, aber ich mag das nicht immer… [lacht]

Klingen leichte Gitarren besser als schwere Gitarren?
Thomas: Nein.

Klingen dicke Saiten besser?
Thomas: Nein.