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Squier Standard Telecaster

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Squier Standard Telecaster

Mihai Curteanu

Squier (oder genauer gesagt: Fender) baut ohne Zweifel sehr gute und preiswerte Anfängergitarren. Doch die Squier Standard Telecaster hat ein kleines Problem: die Konkurrenz. In ihrer Preisklasse muss diese Tele gegen jede Menge anderer Instrumente antreten und es drohen sogar Rivalen aus dem eigenen Hause, wie z.B. die günstigere Affinity Series oder die etwas teurere, aber extrem gut bewertete Classic Vibe Reihe. Kann die Squier Standard mithalten? Das werden wir heute versuchen herauszufinden.

Ausstattung

In der guten alten Telecaster-Tradition der 60er Jahre weist die Squier einen Ahorn-Hals mit Palisander-Griffbrett auf. Dieser ist allerdings mit 22 modernen Medium-Jumbo-Bünden ausgestattet und hat ein ebenfalls zeitgemäßes, nicht zu dickes C-Profil. Beim Korpus treffen wir auf eine unerwartete Zutat: Agathis. Dieses weiche Koniferenholz ist nicht sehr verbreitet im traditionellen Gitarrenbau, und manche werden jetzt bestimmt schon schräg gucken und denken: „Das kann nicht klingen, und erst recht nicht in einer Tele!”. Solche Vorurteile kann diese Telecaster problemlos widerlegen, wie wir später sehen werden.

Eine erste positive Überraschung ist die Bridge, die hochwertig aussieht und einwandfrei verarbeitet ist. Hier hat die Squier Standard die Nase deutlich vorne im Vergleich zur günstigeren Affinity Telecaster. Auffällig ist auch die leicht transparente Lackierung, die die Holzmaserung schön zur Geltung bringt. Schade, dass der Lack nicht ganz sauber aufgetragen wurde und die Gitarre direkt aus dem Karton ein paar sichtbare Kratzer hatte. Ich weiß, sie war nicht teuer, aber so etwas sollte trotzdem nicht sein.

Handling & Bespielbarkeit

Nun haut mich diese Gitarre nach dem Auspacken zwar nicht vom Hocker, aber mein Eindruck wird nach kurzem Einspielen immer besser. Die matte Halsrückseite fühlt sich sehr angenehm an und der Hals selbst liegt bestens in der Hand. Ich untersuche zunächst die Bünde: deren Kanten sind schön abgerundet und fühlen sich nicht zu kratzig an – OK, es ginge zwar noch besser, aber für diese Preisklasse ist die Bundierung auf überdurchschnittlichem Niveau.

Insgesamt ist die Bespielbarkeit gut bis sehr gut, und das Saitenscheppern hält sich auch in Grenzen. Die relativ hohen Bünde zusammen mit den ab Werk aufgezogenen 9er-Saiten sorgen für ein müheloses Spielgefühl, was vor allem für Anfänger sicherlich ein willkommener Bonus sein dürfte. Gerade, wenn man sich mit Bending oder Legato-Spiel auseinandersetzt, ist es extrem wichtig, dass das Instrument den Spieler nicht bremst. Ein solches Problem wird man mit dieser Squier wohl nicht haben.

Sound

Jetzt gibt es noch eine schöne zweite Überraschung auf die Ohren: diese Tele „twangt”! Und das ist nicht selbstverständlich. Um einen überzeugenden Telecaster-typischen Sound zu produzieren, muss an einer Gitarre so einiges stimmen. Es darf vor allem bei der Hardware und der Elektronik keine Schwachstellen geben, und das ist bei günstigen Instrumenten eher selten der Fall. Im Clean-Kanal macht die Squier ohne Zweifel eine sehr gute Figur. Die beiden Pickups sind außerdem klasse aufeinander abgestimmt, und sogar in der Hals-Position mangelt es nicht an Brillanz. Der Bridge-PU ist überraschend ausgewogen und klingt offen, ohne zu bissig zu werden. Den ultimativen Nashville-Contry-Sound kann diese Tele natürlich nicht bieten, aber damit dürfte auch keiner rechnen.

Dass die Pickups eine unerwartete Klarheit vorweisen, hat natürlich nur Vorteile. Angezerrte und verzerrte Sounds „matschen“ nicht, und man kann sogar Effekt-beladene Sounds kreieren, ohne dass die Höhen oder die Obertöne schnell verloren gehen. Obwohl sie nicht wirklich rockig klingt, besitzt die Squier einfach dieses raue Klangpotenzial, das mit ein wenig Overdrive oder Fuzz sofort zum Leben erweckt wird. Und das reicht von Funk-Rock à la Red Hot Chili Peppers bis Brit-Pop und sogar Classic Rock. Für Hard & Heavy-Rock sind die Tonabnehmer dann aber doch zu schwach und rauschen unter High-Gain recht stark.

Verarbeitung

Wie bereits erwähnt, die nicht ganz sorgfältige Lackierung sorgt für den ersten Minus-Punkt. Außerdem muss es gesagt werden: die Mechaniken sind wirklich mies (sie arbeiten unpräzise, haben Spiel und fühlen sich manchmal so an, als würden sie gleich auseinanderfallen). Viel mehr habe ich allerdings nicht zu kritisieren, denn die Potis und der Schalter sind zwar nicht vom Feinsten, aber bei diesem Preis leider die Norm. Natürlich muss die Squier auch gelobt werden, und zwar für die hochwertige Bridge und die gute Bundierungsarbeit. Und nicht zuletzt dafür, dass es eigentlich insgesamt doch wenige Mängel gibt.

Ich darf die ursprüngliche Fragestellung nicht vergessen: wie schneidet die Squier Standard Tele im Vergleich zur Konkurrenz ab? Ganz ehrliche Antwort: etwas besser als die Affinity-Serie, aber definitiv nicht so gut wie die Classic Vibe Telecaster. Aus meiner Sicht ist die Squier Standard qualitativ näher an der Affinity Serie. Der Preisunterschied ist allerdings durch die bessere Bridge und die offener klingenden Pickups m.E. nur bedingt gerechtfertigt.

Fazit

Trotzdem keine Frage: die Squier Standard Telecaster ist ein spürbares Upgrade gegenüber der Squier Affinity Tele. Ob dieses Upgrade sich finanziell auch lohnt, muss jeder selbst beurteilen. Und wenn man sich doch entscheidet, länger zu sparen, dann sollte man sich unbedingt auch die Squier Classic Vibe Modelle anschauen – das ist eine weitere Steigerung, die sich höchstwahrscheinlich auszahlen würde.