Contact Us

Use the form on the right to contact us.

You can edit the text in this area, and change where the contact form on the right submits to, by entering edit mode using the modes on the bottom right. 

Staigerstr. 7
70499 Stuttgart
Germany

+49 172 6937722

Gitarrenunterricht und Ukulele-Unterricht in Stuttgart | Kurse, Workshops und Events für Anfänger und Fortgeschrittene | Lernen Sie Gitarre, Bass oder Ukulele!

Squier Classic Vibe Stratocaster 50’s

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Squier Classic Vibe Stratocaster 50’s

Mihai Curteanu

Als ich diese Gitarre zum ersten Mal begutachten darf, beschäftigt mich ständig in Gedanken die Frage: was könnte man mehr von einer Stratocaster erwarten? Und wie kann eine Gitarre in dieser Preisklasse überhaupt so gut sein… es muss bestimmt einen Haken geben, und den suche ich hier vergebens: die Squier ist makellos… Okay, vielleicht haben wir hier ein besonders gutes Exemplar erwischt, aber meine bisherige Erfahrung mit der Classic Vibe Serie war eigentlich fast immer ähnlich gut.

Der Erfolg der Squier Classic Vibe ist tatsächlich so groß, dass sogar manche Fender-Modelle (die Modern Player Serie) mittlerweile in der gleichen Fabrik in China gebaut werden. Es bleibt sehr spannend zu verfolgen, wie die Mexiko-Produktion sich unter dem Druck der „internen“ chinesischen Konkurrenz entwickelt.

Ausstattung

Zurück zu unserer Gitarre. Wir haben hier eine sehr gesunde Mischung aus Vintage- und modernen Stratocaster-Zutaten: der Korpus ist aus Erle (dreiteilig, sehr leicht), und der Hals ist aus einem Stück Ahorn, komplett hochglanzlackiert. Das sieht alles sehr klassisch aus, aber erfreulicherweise ist der lackierte Hals überhaupt nicht „klebrig“, wie so oft bei älteren oder nitro-lackierten Gitarren. Den Polyurethan-Lack werden viele wahrscheinlich als nicht „vintage-korrekt” verurteilen, aber es ist ein mehr als sinnvolles und zeitgemäßes Feature. Ebenfalls zeitgemäß ist die Bespielbarkeit dieser Squier: modernes C-Halsprofil, relativ flaches Griffbrett (9,5 inch-Radius) und Medium-Jumbo-Bünde.

Bei der Elektronik und Hardware wird es wieder „klassisch“: drei Single-Coil-Pickups, ein Volume- und zwei Tone-Potis, Vintage-Mechaniken und eine Vintage-Tremolo-Bridge mit 6 Schrauben. Nichts wirkt billig, nichts ist lose, und die Gitarre sieht in der 2-Tone-Sunburst wirklich toll aus.

Handling & Bespielbarkeit

Wie eben erwähnt: das geringe Gewicht sorgt für den ersten positiven Eindruck. Und das, obwohl die Classic Vibe tatsächlich einen Erlenkorpus hat und vollständig hochglanzlackiert ist - da können manche US-Fender-Gitarren schon etwas neidisch werden. Wenn man den schnellen, angenehm geformten und super bespielbaren Hals dazu zählt, dann ist es leicht zu verstehen, warum ich diese Gitarre so schwer aus der Hand legen kann. Die Saitenlage ist ab Werk zwar etwas hoch eingestellt, aber auch so macht die Gitarre richtig Spaß.

Ein paar weitere Details finde ich hier besonders durchdacht und somit erwähnenswert. Das Tremolo ist z.B. aufliegend eingestellt (im Vergleich zu den meisten US-Fender, die mit einem Floating-Tremolo kommen). So hat man im Grunde eine feste Bridge, was für die meisten Anfänger wahrscheinlich die beste Lösung ist. Man kann das Tremolo natürlich auch frei schweben lassen, um mit dem Hebel auch wirklich arbeiten zu können, aber das ist bekanntermaßen der Anfang aller Tuning-Probleme. So ein Setup muss außerdem von einem Profi vorgenommen werden, und jemand, der eine Squier kauft, möchte bestimmt erstmal spielen und nicht sofort den nächsten Gitarrenbauer aufsuchen. Die aufliegende Bridge ist also definitiv eine sehr gute Idee, und damit ist diese Gitarre erstaunlich stimmstabil. Dafür sind u.a. der gut gekerbte Sattel und der hohe Saitenniederhalter mitverantwortlich.

Die Bridge sorgt auch für die nächste positive Überraschung: nicht nur wirkt sie sehr robust, sondern die Madenschrauben der Saddles sind in der Höhe an die Saitenlage angepasst, so dass sie nicht zu weit herausschauen. Dadurch hat man z.B. beim Palm-Muting kein unangenehmes Spielgefühl, wie es sonst bei manchen Strats der Fall ist.

Sound

Wisst ihr, wie eine Stratocaster klingt? Dann habt ihr schon eine gute Klangvorstellung von dieser Squier, denn sie hat einen wirklich authentischen Stratocaster-Sound. Für manche Gitarristen mögen die Pickups etwas schwach sein, für andere vielleicht nicht warm oder singend genug. Das ist letztendlich Geschmackssache, aber einen guten Sound wird man hier auf alle Fälle finden. Besonders die Out-of-Phase-Schaltungen klingen sehr überzeugend, mit einem typischen Strat-„Quack” (denkt an „Sultans of Swing” oder „Sweet Home Alabama”). Hendrix oder Pink Floyd gehen allerdings mit der Classic Vibe auch sehr gut.

Verarbeitung

Gibt es bei dieser Gitarre eigentlich auch etwas zu kritisieren? Vielleicht ein leichtes Scheppern der A-Saite. Oder, dass das Schlagbrett ein wenig rau geschnitten wurde. Der 5-Wege-Schalter und die Potis sind wahrscheinlich auch nicht von bester Qualität, was in dieser Preisklasse aber nicht anders zu erwarten ist. Eher muss ich hier mal wieder was Positives erwähnen: der Hals sitzt perfekt in der Halstasche, eine Eigenschaft, die ich bei vielen US-Fender nicht feststellen konnte. Und das hört man auch: der Sustain ist beachtlich, und es gibt keinerlei Dead-Spots.

Fazit

Egal wie penibel ich suche, ich kann bei dieser Squier keine ernsthaften Mängel finden – ein größeres Kompliment kann man einer preiswerten Gitarre gar nicht machen. Man findet heutzutage Instrumente, die das Dreifache kosten und deutlich schlechter verarbeitet sind. Unabhängig davon: wenn man eine Bilanz zieht, dann muss die Squier Classic Vibe Stratocaster wohl zu den besten Deals auf dem Gitarrenmarkt überhaupt gehören.