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Seymour Duncan Phat Cat

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Seymour Duncan Phat Cat

Mihai Curteanu

Traditionelle P90 vs. P90 im Humbuckerformat

Lange und gerne wird in Gitarrenforen debattiert, welche P90-Pickups im Humbuckerformat am authentischsten klingen. Und so gut wie immer argumentieren die Tone-Gourmets, dass solche Tonabnehmer nie wirklich wie typische „Soapbars“ klingen werden. Und das ginge schon mal gar nicht, wenn etwas nicht genau wie ein P90 klingt. Apropos: wie klingt eigentlich ein „echter“ P90?...

Die Welt der E-Gitarren-Pickups ist mittlerweile so bunt, dass man nicht mehr in Schubladen denken darf. Tatsächlich ist etwas daran, dass die traditionellen P90 i.d.R. etwas anders klingen als ähnliche Bauweisen im Humbuckerformat. Letztendlich haben wir es mit unterschiedlichen Gehäusen und Baseplates zu tun, die ohne Zweifel eine oft nicht unerhebliche magnetische Wirkung haben und somit auch den Klang des Pickups beeinflussen.

In der Tat klingt selbst ein Gibson P94 eine Nuance anders als ein Gibson P90. Entgegen der Meinung vieler Puristen ist das nichts Negatives. Es gibt mittlerweile nämlich jede Menge Humbucker-Sized-P90, die locker in der P90-Oberliga mitspielen können. Oder noch besser: sie haben ihren eigenen Klang, der vielen sogar besser gefällt. Und das Humbucker-Gehäuse hat einen klaren Vorteil: der Pickup lässt sich schnell und problemlos in der Höhe justieren. Das ist bei einem normalen P90 nicht der Fall, denn er wird i.d.R. bis ans Holz heruntergeschraubt.

Seymour Duncan Phat Cat

Neulich habe ich den Phat Cat in meine Helliver Custom eingebaut, nachdem in der gleichen Gitarre drei durchaus teurere, teilweise Boutique-Produkte getestet wurden (Amber, Gibson und Bare Knuckle Pickups). Der Duncan Phat Cat „von der Stange“ macht trotzdem das Rennen und bleibt ab jetzt in der Gitarre. Er passt wunderbar zu der Helliver und bringt genau das rüber, was ich mir erhofft hatte: ein etwas weniger „roher“, nicht ganz so mittiger P90-Sound. Dafür hat der Phat Cat ein sehr ausgewogenes, „edles” Klangbild mit filigranen, fast Stratocaster-ähnlichen Höhen.

Mit einem Widerstand von etwa 8,5 KOhm lässt die Bridge-Version des Seymour Duncan Phat Cat einen moderaten Output vermuten. In der Praxis erweist sich der Pickup als überraschend laut, allerdings ohne die Vorstufe zu stark zu pushen. Kurz gesagt: er ist etwas lauter, aber deutlich „cleaner“ als die meisten PAF-artigen Humbuckers. Das fängt schon mal super an.

Trotz Alnico-II-Magneten mangelt es überhaupt nicht an Dynamik und Attack. Die Klarheit ist vorbildlich und der Output reicht locker für die meisten Arten von Rock-Musik. Sogar Old School Heavy Metal ist machbar, wenn der Amp mitmacht. Die Affinität des Phat Cat zu Distortion liegt nicht nur daran, dass genug Feuerkraft vorhanden ist, sondern auch, dass dieser Tonabnehmer erstaunlich wenig brummt, obwohl er ein echter Single-Coil ist. Das einzige Defizit, das ich feststellen kann, besteht darin, dass der Phat Cat nicht besonders gut auf den Volume-Poti reagiert, d.h. er wird beim Herunterdrehen schnell dumpf und leblos (hier könnte z.B. eine Treble-Bleed-Schaltung Abhilfe schaffen).

Apropos Schaltung: Seymour Duncan empfiehlt 500K-Potis für den Einbau des Phat Cat, und das funktioniert bei warm klingenden Gitarren mit kurzer Mensur (z.B. Gibson) sicherlich sehr gut. Für hell klingende Instrumente wie Strats und Teles würde ich euch allerdings raten, mit 250K-Potis zu experimentieren (diese sind in so gut wie jeder Fender-Gitarre bereits vorhanden). Ich habe selbst sowohl für Volume als auch für Tone 250K-Potis verwendet, und das Ergebnis war für meine Ohren optimal. Eine Zwischenlösung (z.B. 500K-Volume und 250K-Tone) dürfte ebenfalls je nach Gitarre das Richtige sein. Ein allgemeines Rezept gibt es hierfür einfach nicht.