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PocketStrings 6-Fret

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

PocketStrings 6-Fret

Mihai Curteanu

Über dieses Gadget habe ich vor mehreren Monaten in einem Gitarrenmagazin gelesen und musste staunen, dass es völlig verrissen wurde. Das ist für die Gitarrenpresse hierzulande sehr ungewöhnlich. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass der Reviewer das Produkt nicht verstanden hatte, denn der PocketStrings wurde hauptsächlich für seinen schlechten Klang und hohen Preis kritisiert. Da dachte ich mir: der Klang spielt hier doch keine Rolle! Und 35€ sind einem motivierten Anfänger bei einem sinnvollen, innovativen Gitarrenprodukt sowieso nicht zu viel. Dafür bekommt man in einer Großstadt gerade mal eine einzige Gitarrenstunde. Ohne zu zögern habe ich den PocketStrings bestellt und wenige Tage später durfte ich feststellen: einen Verriss hat dieses Produkt wohl verdient. Allerdings aus ganz anderen Gründen.

Aber was ist dieses Ding überhaupt? Im Grunde ein Stück Gitarrengriffbrett für unterwegs. Es hat 6 Stahlsaiten, 6 echte Metallbünde (es gibt auch eine Version mit nur 4 Bünden), ein (billiges) Holzgriffbrett und eine praktische, aufschiebbare Plastikhülle. Man hat also ein halbwegs echtes „Gitarrengefühl“ beim Üben. Die Saiten können mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel gestimmt werden und sie erzeugen sogar leise Gitarrenklänge. Nichts Schönes, – so viel ist sicher – aber besser als nichts. Das soll reichen, um Akkorde und Tonleitern zu üben, wenn keine Gitarre vorhanden ist. Oder so könnte man denken, bevor man versucht, auf dem PocketStrings zu spielen.

Sobald man die Hülle aufschiebt, wird es gefährlich: die Bundkanten sind so scharf, dass man sich daran schnell aus Versehen verletzen kann. Erste Enttäuschung: check! Der Versuch, die Saiten zu stimmen, endet in unwillkürlichem Fluchen. Der dafür zuständige Mechanismus ähnelt den Fine-Tuners auf manchen Tremolo-Brücken, aber von Feinstimmen kann hier gar nicht die Rede sein. Teils wegen der extrem kurzen Mensur, teils wegen der schlechten Verarbeitung der Metall- und Plastikteile ist ein präzises Stimmen kaum möglich. Die Saiten reagieren grob auf jede noch so kleine Drehung, alles wackelt und quietscht, als würde das Ganze gleich auseinanderbrechen. Dieser wenig spannende Nervenkrieg verdirbt mir endgültig die Laune, so dass ich den PocketStrings wieder wegpacke. Zum Spielen reicht es heute nicht mehr und außerdem habe ich bei den messerscharfen Bundkanten echte Hemmungen!

Ich möchte daraus kein Geheimnis machen: das Konzept dieses Produktes finde ich eigentlich super. Und als hauptberuflicher Gitarrenlehrer kann ich aus erster Hand bestätigen, dass der PocketStrings für eine bestimmte Zielgruppe von Gitarrenanfängern extrem nützlich sein könnte. Vor allem berufstätige Hobby-Gitarristen könnten in der Anfangsphase des Lernprozesses sicherlich davon profitieren, indem sie das kleine Gadget unterwegs, im Urlaub oder sogar in der Mittagspause benutzen. Ein entscheidender Vorteil: es ist viel kleiner (und günstiger) als eine Travel-Gitarre und passt problemlos in jede Arbeitstasche. Eine Reisegitarre ist dagegen nicht mal in einem großen Koffer unterzubringen.

Leider bleibt das Lob nur hypothetisch, denn der PocketStrings ist trotz guten Konzeptes nicht wirklich zu gebrauchen. Das liegt im Grunde an der katastrophalen Verarbeitung – hier wurde einfach bei der Herstellung so sehr gespart, dass das Endprodukt in dieser Form eigentlich gar nicht auf den Markt hätte kommen dürfen.

Fazit: ich würde mir wünschen, dass es einen besser verarbeiteten, brauchbaren PocketStrings gäbe, auch wenn er etwas mehr kosten müsste. Für so manchen Gitarrenschüler wäre es dann eine lohnenswerte Investition. Mit Betonung auf „wäre”.