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Nylon Picks im Vergleich – Teil 2

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Nylon Picks im Vergleich – Teil 2

Mihai Curteanu

Im heutigen Test schauen wir uns ein paar ganz besondere Nylons an:

  • Herco Flex 50 – das Neil-Young-Pick! Das sind zwar nicht die legendären alten Herco-Plektren, sondern eine von Jim Dunlop hergestellte Neuauflage. Auch diese scheinen allerdings sehr schnell genau so beliebt zu werden wie früher. Das Flex 50 Modell hat eher eine Medium-Stärke und wird aus einem speziellen harten Nylon produziert. Ein ziemlich beeindruckendes Plektrum: auf meiner Martin klingt es laut und voll mit überraschend starkem „Click”-Faktor. Der Sound erinnert mich tatsächlich an manche Neil Young Songs. Beim Flatpicking oder Solospiel hört man trotzdem das Nylon heraus (der Attack ist ziemlich weich), aber für reines Strumming dürfte das Flex 50 eins der besten Plektren sein, die ich kenne. Eigentlich müsste in jedem Ton-Studio eine Handvoll Hercos vorhanden sein.
  • Herco Flex 75 – wieder ein Re-Issue mit langer Geschichte: Jimmy Page, Rory Gallagher und David Gilmour spielten schon immer diese Plektren, aber auch „moderne“ Gitarristen wie Keith Urban oder Josh Homme. Und das sind nur ein paar Namen, die mir gerade einfallen, die Liste dürfte viel länger sein. Vor allem als E-Gitarren-Picks sind die harten Flex 75 richtig gut. Sie spielen sich sehr leicht und scheinen bei so gut wie jeder Stilrichtung zu funktionieren.
  • D’Andrea Nylon 0.73mm – selten, jedoch nicht unbedingt lobenswert. Für mich sind diese zwar die griffigsten Nylons überhaupt (wegen der völlig glatten Oberfläche, natürlich Geschmackssache), aber der Ton ist ziemlich dumpf und der Attack träge.
  • Clayton Nylon 0.80mm – ein wirklich gutes Nylon-Pick, vergleichbar mit dem Herco Flex 50, und das ist ein großes Kompliment. Die Claytons sind nur etwas kleiner und klingen sogar noch ein bisschen heller, haben jedoch nicht mehr Click. Sie spielen sich wunderbar auf der Western-Gitarre, auch wenn ihr Klang nicht ganz die Fülle und die schönen Mitten der Hercos besitzt. Dafür sind sie deutlich präziser und wahrscheinlich besser geeignet für Flatpicking-Arpeggien oder Melodien, die einen sehr klaren Anschlag voraussetzen.
  • Heriba Moulded Picks – etwas größere Normalform mit einer Daumenmulde, die dieses Plektrum extra griffig macht. Die Heribas sind laut und haben einen ganz typischen Nylon-Sound. Vielleicht mit einem Tick mehr Brillanz.
  • Herdim Normalform – diese roten Plektren aus Deutschland sind wahrlich etwas Besonderes und haben in meinen Ohren den ausgewogensten Klang in diesem Vergleichstest. Obwohl sie aus Nylon gemacht sind, klingen sie für mich fast Zelluloid-artig. Der Anschlag ist zwar immer noch nicht so „knackig” wie bei Zelluloid, aber präsenter als bei allen anderen Nylons. Es gibt viel Bass, genug Click und schöne, warme Mitten. Schade nur, dass man diese Pleks mittlerweile kaum noch findet.
  • Herdim 3-Stärken – ganz interessantes Konzept mit wahrscheinlich begrenztem Nutzen. Dieses sternförmige Plektrum hat drei Spitzen mit unterschiedlichen Stärken: theoretisch also auch drei unterschiedliche Klänge. In der Praxis klingen hier alle scharfen Spitzen fast identisch, und das Handling ist durch die spezielle Form gewöhnungsbedürftig. Wer einen sehr hellen, schlanken Sound mag oder braucht, könnte damit trotzdem experimentieren.

Nylon-Plektren gibt es sonst noch jede Menge, und sie klingen alle unterschiedlich. Allein die unter E-Gitarristen so beliebten Dunlop Jazz III wurden hier gar nicht erwähnt. Die heutigen Highlights waren für mich die Herco Flex und die Herdim Normalform. Weitere Testberichte folgen in Kürze.