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Guitar Talk mit Matthias Meyer

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Guitar Talk mit Matthias Meyer

Mihai Curteanu

Matthias, wie lange bist du im Geschäft und wieviele Gitarren hast du bisher ungefähr gebaut?

Matthias Meyer - Gitarrenbauer und Gründer von Bassart Guitars (Braunschweig)

Matthias: Ich mache das professionell seit 1996 und ich schätze, ich bin mittlerweile bei ungefähr 700 Gitarren.

Was läuft besser: „vorgefertigte” Eigenkreationen oder Sondermodelle, die du im Kundenauftrag baust?

Matthias: Ich habe lange Zeit eigentlich nur Sonderanfertigungen gebaut. Daraus habe ich langsam eine eigene Reihe entwickelt, und diese läuft in den letzten Jahren ziemlich gut. Natürlich kann man hier immer noch Sonderwünsche einfließen lassen, wie z.B. eine andere Mensur oder Anordnung der Potis, aber viele meiner Modelle wie z.B. das „D Cat” sind seit vielen Jahren im Grunde unverändert.

Hast du eine besondere Philosophie bezüglich Gitarrenbau?

Matthias: Ja, das kann man schon so sagen. Zum einen verwende ich für meine Gitarren überwiegend einteilige Hölzer. Damit das funktionieren kann, braucht man allerdings wirklich gutes Holz, sonst bringt es nichts, z.B. einen einteiligen Hals zu machen. Auch was den Korpus betrifft, bin ich überzeugt, dass einteilige Bodys besser schwingen als mehrteilige. Gut, jeder Gitarrenbauer hat da seine Vorlieben. Ich persönlich stehe auf Gitarren, die einen schönen Sustain aufweisen.

Du hast meine nächste Frage jetzt schon fast beantwortet: was macht für dich eine gute Gitarre aus?

Matthias: An sich ist diese Frage überhaupt nicht einfach zu beantworten. Abgesehen von Holzarbeit gibt es bei einer E-Gitarre sehr viele extrem wichtige Details wie z.B. Halswinkel, Sattel, Hardware, Pickups usw. Wenn man ein gutes Serienmodell entwickelt, muss man recht viele Kombinationen ausprobieren, bis alles wirklich passt. Ein allgemeingültiges Rezept gibt es nicht.

Würdest du sagen, dass die von dir gebauten Instrumente immer gleich gut gelungen sind oder hast du darunter ab und zu deine Favoriten?

Matthias: Eigentlich ist so gut wie immer die Gitarre, die ich gerade baue, mein Favorit. Ich kann i.d.R. schon während des Bauprozesses steuern, wie die Gitarre klingen wird, und deshalb bin ich selten am Ende überrascht. Prototypen verkaufe ich z.B. nie. Sie hängen alle bei mir in der Werkstatt, damit ich immer eine Referenz für spätere Entwicklungen habe. Und es gibt tatsächlich ab und zu auch sonst Gitarren, die ich am liebsten nicht mehr hergeben würde.

Warum entscheidet sich ein Kunde für ein Bassart-Instrument?

Matthias: Meistens passiert das, nachdem jemand eine Gitarre von mir mal gespielt hat, entweder bei einem meiner Händler oder bei mir vor Ort. Warum das so ist, weiß ich auch nicht. Ich versuche nicht, die Leute zu überzeugen, dass meine Sachen toll oder gar besser sind. Sie müssen das selber herausfinden.

Diese Einstellung spricht für dich.

Matthias: Es ist einfach nicht meine Art. Außerdem gibt es jede Menge super gute Gitarren, und sie haben alle ihre Daseinsberechtigung. Jeder muss selbst entscheiden und das passende Instrument für sich wählen.

Wie lange sind bei dir die Lieferzeiten und wieviele Gitarren baust du im Jahr?

Matthias: Die Wartezeit hängt vom Modell ab und kann zwischen 2 und 8 Monaten variieren. Im Durchschnitt baue ich 25 bis 30 Gitarren im Jahr, wobei ich dieses Jahr wahrscheinlich auf 40 kommen werde.

Welche Rolle spielt die Handarbeit bei einer Boutique-Gitarre bezüglich ihrer Qualität und ihres Klanges?

Matthias: Ich kenne, glaube ich, keinen Gitarrenbauer, der noch zu 100% in Handarbeit Instrumente baut. Die meisten haben schon Maschinen. Die Vorteile liegen darin, dass das, was wir machen, trotzdem weit von einer computergesteuerten Fließbandarbeit entfernt ist. Man hat also jedes Stück Holz in der Hand und man kann sich viel mehr Zeit nehmen, um alles perfekt anzupassen. Wenn du z.B. siehst, wie die Hälse in der Großindustrie eingebaut werden, dann kannst du nur den Kopf schütteln. Da müssen allerdings mehrere Hundert Hälse jeden Tag gemacht werden, während ich nur einen mache.

Außerdem kann man in kleinen Betrieben bei jeder Gitarre gut überlegen, welche Komponenten man genau nimmt, man kann extrem sorgfältig den Sattel bearbeiten und generell hat man viel mehr Zeit für Details und eine bessere Qualitätskontrolle. Ich lege bspw. großen Wert auf die Lackierung, und zwar benutze ich Nitrolack, genau so wie er früher gemacht wurde, also teilweise mit Aluminium- oder Goldpulver. Das Lackierungsverfahren ist zwar aufwendig, aber das ist der beste Lack, den ich mir vorstellen kann – sowohl klanglich als auch von der Haptik her.


7 Ja-oder-Nein Fragen

Klingt eine Nitro- besser als eine Polyurethan-Lackierung?
Matthias: Ja.

Klingt eine Gitarre durch jahrelanges Einspielen besser?
Matthias: Ja.

Klingen Vintage-Gitarren besser als moderne, gleichwertige Instrumente?
Matthias: Jein… Es gibt nämlich super geile alte Gitarren, aber es gibt genau so viele schlechte.

Klingen dicke Hälse besser?
Matthias: Ich würde sagen Ja, aber es ist letztendlich Geschmackssache.

Bringt ein eingeleimter Hals mehr Sustain als ein angeschraubter?
Matthias: Ja, tut er.

Klingen leichte Gitarren besser als schwere?
Matthias: Ich finde, ja.

Klingen dicke Saiten besser?
Matthias: Auch dolle Geschmackssache, aber i.d.R. ja.