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Khaya K-14Z C

Gitarren-Blog

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Khaya K-14Z C

Mihai Curteanu

Ich frage mich immer öfter, wieviel Verlass auf Gitarrenmarken „Made in USA” oder „Made in Germany” überhaupt noch sein kann – schließlich beweist die Erfahrung immer wieder, dass steigende Produktion nicht unbedingt bessere Qualiät mit sich bringt. Doch das Attribut „Made in Germany” hat hierzulande manchmal einen entscheidenden Vorteil: die Herstellergarantie. Sollte man mit seinem Instrument in Not sein und nach Hilfe rufen, so sind die Chancen ziemlich gut, auch gehört zu werden und Hilfe zu bekommen.

So ähnlich ging es mir mit meiner neuen Khaya K-14Z C, die wegen einer hartnäckig problematischen Sattelkerbe zwei mal zurück in die Lakewood-Werkstatt geschickt werden musste, obwohl es sich um ein nagelneues Exemplar handelte. Khaya ist nämlich die Konzertgitarrenmarke der bekannten deutschen Firma Lakewood. Und weil die Lakewood-Leute nett und hilfsbereit waren, steht hier mittlerweile eine einwandfreie Gitarre spiel- und testbereit.

Ausstattung

Ich muss von vorneherein gestehen: Konzertgitarren sind nicht mein Spezialgebiet. Allerdings schätze ich natürlich nicht nur klassische oder spanische Gitarrenmusik sehr, sondern auch die Einflüsse solcher Klänge auf die moderne Musik. Und eins darf man nicht übersehen: Konzertgitarren sind aus Folk, Rock, Jazz, Weltmusik oder instrumentaler Gitarrenmusik einfach nicht wegzudenken. Und die lange Einleitung schreibe ich ganz bewusst, denn die Khaya K-14 ist wahrscheinlich eine der modernsten klassischen Gitarren, die man heute auf dem Markt findet.

Die Bauelemente der vollmassiven Khaya sind traditionell gehalten: Zederndecke, Mahagoni-Korpus und -Hals, Ebenholz-Griffbrett und ein Steg aus Palisander. Bei den Materialien wurde also überhaupt nicht gespart. Der Sattel und der Steg sind aus Knochen und sogar das Binding und die Rosette wurden aus Holz ausgearbeitet. Damit der für eine derart hochwertige Ausstattung verlockende Preis vertreten werden kann, wurde die Gitarre komplett offenporig lackiert und matt belassen.

And now for something completely different: diese Gitarre hat einen für eine Konzertgitarre ungewohnt flachen und vor allem schmalen Hals (48mm anstatt der üblichen 52mm). Die 48mm-Sattelbreite kann man übrigens bei allen Khaya-Modellen als Option wählen. Das einzigartige Design des Cutaways, der Bridge und der Kopfplatte tragen zusammen zu einem frischen Look und einer auffälligen Erscheinung bei. Eine weitere Besonderheit: der Hals ist leicht angewinkelt angebracht.

Handling & Bespielbarkeit

Wie erwartet wird der erste spielerische Kontakt mit der Khaya von dem schmalen Hals geprägt. Gerade für Musiker, die eine Konzertgitarre in einem nicht unbedingt klassischen Kontext benutzen möchten, ist dieses Feature mehr als willkommen. Dadurch wird die Akkordarbeit deutlich erleichtert, sodass man den Daumen zum Abdämpfen oder sogar zum Greifen auf der tiefen E-Saite einsetzen kann, wenn gewisse Akkorde das verlangen. Das recht flache Halsprofil ist natürlich Geschmackssache – es dürfte eher die klassische Fraktion gut bedienen. Auch der Cutaway macht sich beim Solospiel schnell beliebt. Der ultimative Zugang zu den hohen Lagen ist dadurch zwar nicht gewährleistet, aber der Unterschied zu einer Non-Cutaway-Gitarre ist deutlich.

Was die Bespielbarkeit betrifft, möchte ich meine Begeisterung nicht verbergen, denn die Khaya lässt sich unglaublich leicht bespielen. Hier hat Lakewood wirklich den Jackpot geknackt und das Beste aus beiden Welten zusammengebracht: tiefe Saitenlage und schepperfreie Töne. Hut ab! Ebenfalls erwähnenswert ist die hervorragende Bundreinheit, die gerade bei Konzertgitarren nicht als selbstverständlich gilt.

Sound

Aus der Sound-Abteilung gibt es ebenfalls Positives zu berichten. Eigentlich fast nur Positives. Bereits nach den ersten Akkorden wird dem Spieler klar, dass man es mit einer High-End-Gitarre zu tun hat. Die Khaya reagiert flott und lebendig auf den Anschlag und weist eine laute, jedoch ausgewogene Stimme auf. Wie die Mahagoni-Zeder-Holzkombination vermuten lässt, ist der Klang eher warm und leicht Mitten-betont. Die Bässe sind kräftig und den Höhen fehlt es überhaupt nicht an Präsenz. Wer etwas mehr Brillanz hören möchte, wird sich wahrscheinlich für ein Modell mit Fichtendecke entscheiden.

Obwohl die K-14Z mit beeindruckender Vielseitigkeit punkten kann und sich sowohl in klassischen als auch modernen Genres wohl fühlt, hat sie natürlich auch ihre Schwächen. Spielt man zu nah an der Brücke, so können vor allem die Basssaiten ein wenig „topfig” klingen, was z.B. für ein gepflegtes klassisches Stück nicht unbedingt von Vorteil ist. Für erfahrene und anspruchsvolle Konzertgitarristen gibt es wohl bessere Alternativen (meistens aus Spanien), die sich allerdings in einer höheren Preisklasse bewegen. Das Fichte-Palisander Top-Modell von Khaya könnte ebenfalls eine interessante Option für diejenigen sein, die einen „klassischeren“ Sound bevorzugen.

Die Khaya K-14Z bietet trotzdem ein starkes Gesamtpaket für ein breites Gitarristenpublikum. Ambitionierte Konzertgitarristen mit einem Budget von etwa 1000 Euro werden ihr unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis schätzen. Jugendliche oder Erwachsene mit kleinen Händen werden auf dem heutigen Markt kaum eine andere vergleichbar hochwertige Konzertgitarre mit schmalem Hals finden. Die vielleicht größte Stärke dieser Gitarre ist aber ihre Anwendbarkeit in modernen Musikrichtungen. Selten habe ich nämlich eine klassische Gitarre in der Hand gehalten, die alles von Strumming über Folkpicking bis Jazz, Blues oder Reggae so überzeugend und charmant rüberbringen konnte. Sie scheint regelrecht alle Vorurteile und Klischees zu leugnen und macht sogar beim Flatpicking eine gute Figur. Und beim Solospiel machen Khayas warme, glockige Höhen und der „süßliche“ Sound der Zederndecke einfach süchtig.

Verarbeitung

Der Vollständigkeit dieses Reviews halber muss ich erwähnen, dass diese Gitarre im Originalzustand eine unebene Sattelkerbe hatte, die für Saitenscheppern sorgte. Dieses Problem ist in der Lakewood-Werkstatt behoben worden, sodass diese Khaya K-14ZC jetzt wirklich einwandfrei ist. Verarbeitungsmängel kann ich bei genauester Betrachtung sonst keine finden, und den gleichen Eindruck hatte ich bei allen Khayas, die ich bisher anspielen durfte – die gute alte deutsche Qualität ist hier in der Tat vorhanden.

Noch eine kleine Warnung an eventuelle Interessenten: eine matt lackierte Zederndecke ist besonders empfindlich und kann – wenn man Pech hat – sogar Kratzer von den Fingernägeln bekommen. Bei solchen Gitarren ist also entweder Vorsicht geboten, oder man sollte ein durchsichtiges Schlagbrett installieren.

Fazit

Ich bin einfach froh, dass es inzwischen solche Gitarren wie diese Khaya gibt, die zwar in der Tradition verankert sind, aber zeitgemäß gebaut werden. Gitarren, die eine Brücke zwischen mehreren Musikgenres schaffen und kreativen Musikern ein modernes Werkzeug zur Verfügung stellen.