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Guitar Talk mit Gregor Hilden

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Guitar Talk mit Gregor Hilden

Mihai Curteanu

Gregor, wie darf ich dich meinen Lesern vorstellen: Gitarrist oder Blues-Gitarrist?

Gregor: Das ist eine interessante Frage, denn natürlich sehe ich mich in erster Linie als Blues-Gitarrist. Da kommt aber hinzu, dass mein Blues alles andere als typisch ist. Ich lasse in mein Spiel unterschiedlichste Elemente einfließen, wie Jazz, Soul oder Rock, und dadurch entferne ich mich vom traditionellen Blues. Das macht mir aber auch Spaß, weil dadurch mein eigener Stil entstehen kann. Allerdings denke ich, dass es schon stimmt, mich als Blues-Gitarrist zu bezeichnen, wenn man die Basis berücksichtigt.

Gregor Hilden - Gitarrist und Gitarren-Dealer aus Münster

Du bist Musiker und gleichzeitig Gitarrendealer. Wenn du nur einen dieser beiden Jobs machen dürftest, welchen würdest du wählen?

Gregor: Wenn mein Konto voll genug wäre, dann würde ich natürlich nur Musik machen wollen [lacht]… Der Gitarrenhandel hat in meinem Fall allerdings auch viel mit Musikmachen zu tun, von daher ist es für mich kein notwendiges Übel, sondern ein Traumjob. So ist die Kombination eigentlich ideal. Ich kann also nicht eindeutig sagen, dass ich mich nur auf eine Seite beschränken könnte.

Kann man mit Musik heutzutage noch Geld verdienen?

Gregor: Ja, man kann damit Geld verdienen, allerdings muss man schon sehen, was man dann für eine Musik macht. Man kann z.B. mit Chart-orientierter Musik im Bereich der Popmusik Geld verdienen. Vorausgesetzt natürlich, dass man gute und massentaugliche Musik macht, die einem wirklich abgekauft wird und die im Radio gespielt wird. Aber das können und schaffen vor allem die wenigsten. Manche wollen das auch gar nicht. Jazz- oder Blues-Gitarristen sind sich meistens zu schade, solche Musik zu machen. Dann wird es schwierig, von reinem Musikmachen leben zu können. Diese Musiker können höchstens einen Teil ihres Einkommens mit Konzerten verdienen und müssen nebenher viel unterrichten. Eine andere Möglichkeit wäre es, Top 40 und Gala-Musik zu machen. Der Bedarf ist da, und das ist ja auch ein guter Nebenjob für einen Musiker.

Von der Musik leben zu können, die man liebt, also z.B. Rock oder Jazz oder Blues – das ist schon eine schwierige Sache. Da muss man sehr, sehr gut sein, und auf einem Niveau wie Henrik Freischlader ist nun mal nicht jeder. Das muss man einfach feststellen und anerkennen.

Gregor, du scheinst auf so gut wie jeder Gitarre immer noch nach dir zu klingen, egal ob du eine Les Paul oder eine Telecaster spielst. Was ist dein Geheimnis?

Gregor: Es gibt lustigerweise sogar Leute, die mich in diesem Punkt kritisieren und sagen, ich würde jede Gitarre gleich klingen lassen. Ich respektiere das, aber ich habe natürlich meine eigene Art zu spielen und bin auch nicht so breitbandig aufgestellt, sondern habe vielmehr meine Linie, mit der ich groß geworden bin. Ich möchte mich auch nicht verbiegen und versuchen, irgendwelche AC/DC-Sachen zu spielen, nur weil die Leute das verlangen, sobald ich eine Gibson SG in der Hand habe.

Was meine Spielweise betrifft, gibt es eigentlich kein Geheimnis. Alles, was man von mir hört, ist – wie bei jedem anderen Musiker auch – eine Mischung dessen, was man als Musiker aufgesogen hat. Das waren bei mir Blues-Gitarristen wie Peter Green, Mike Bloomfield, Mick Taylor oder Jeff Beck. Und dazu stehe ich noch total auf Jazz-Gitarristen und Jazz im Allgemeinen. Auch durch meine Soul-Einflüsse wurde irgendwann ein Gemisch fabriziert, und letztendlich gewinnt man so seinen eigenen Stil.

Gibt es Equipment-technisch etwas, worauf du nicht verzichten könntest, um deinen Sound hinzubekommen?

Gregor: Ich hatte bislang immer wieder die Gelegenheit, über fremde Verstärker zu spielen, die z.B. bei Festivals ohnehin auf der Bühne gestanden haben. Damit komme ich auch prima klar, aber letztendlich fühle ich mich am wohlsten, wenn ich meinen gewohnten Fender-Röhrenverstärker habe, sei es ein Deluxe Reverb oder ein Vibrolux. Am besten einen alten.

Wie wichtig ist deiner Meinung nach die Wahl des Plektrums und der Saiten?

Gregor: Auf allen meinen Gitarren spiele ich 11er-Saiten und habe mich trotz der Stärke sehr gut daran gewöhnt. Ich spiele diese 11er wie früher die 10er. Auch ich habe die ersten Schritte auf der Gitarre mit 9er-Saiten gemacht und fand es damals ganz toll, dass alles so easy ging. Irgendwann habe ich allerdings gemerkt, dass der Ton doch noch voller, runder und angenehmer wird, wenn man die Saitenstärke erhöht.

Es ist witzig, dass du auch nach Plektren fragst, denn ich habe eigentlich jahrzehntelang ein Plektrum gespielt, mit dem ich gut klarkam. Das ist ein Dunlop 2,0mm Delrin. Es ist ein kräftiges Pick, was ich für wichtig halte, denn es produziert auch einen kräftigen Ton. Ich hatte eigentlich überhaupt kein Bedürfnis, andere Plektren auszuprobieren, bis ich irgendwann mal ein Päckchen von einem holländischen Hersteller bekam. Diese Plektren heißen ChickenPicks und, obwohl ich sie etwas uninteressiert ausgepackt habe, fand ich sie richtig klasse, denn ich habe gemerkt, dass sie noch mal einen anderen Ton liefern. Neben den Dunlops habe ich also diese ChickenPicks für mich entdeckt und die beiden Plektren spiele ich gleichermaßen, je nachdem, wie ich Lust habe. Die Plektren sind allgemein für den Sound tatsächlich entscheidend.

Lass uns etwas konkreter über Gitarren reden. Dir sind bestimmt tausende Gitarren durch die Hände gegangen. Hast du bestimmte Kriterien, um gute Gitarren auszusuchen?

Gregor: Ja! Es gibt für mich immer ein Hauptkriterium, nämlich die Dynamik einer Gitarre. Das bedeutet konkret, dass die Gitarre in der Lage sein muss, auf den Anschlag entsprechend zu reagieren. Eine gute Gitarre kann bei starkem Anschlag einen entsprechend kräftigen Ton erklingen lassen, während eine schlechte Gitarre in einem solchen Fall einfach abregelt, wie ein Kompressionseffekt. Eine gute Gitarre hat also eine dynamische Bandbreite, genau wie ein gutes Auto: wenn man Gas gibt, dann kommt auch was.

Ich habe natürlich auch weitere Vorlieben, und dazu gehört z.B., dass die Bünde nicht zu flach sind. Ich habe ja jede Menge Vintage-Gitarren, die vor allem in den 60er-Jahren mit sehr flachen Bünden bestückt wurden. Wenn diese Bünde auch noch jahrzehntelang gespielt werden, dann sind sie natürlich ganz platt. Das erfordert zu viel Anstrengung beim Saitenziehen, und deshalb lasse ich meine Gitarren in solchen Fällen immer mit Dunlop 6105 neubundieren.

Weitere Dinge, die für mich wichtig sind, sind z.B. die Brücken der Gitarren. Diese Teile müssen die Dynamik des Instrumentes übertragen können, und dazu gehören z.B. bei Gibson-Bridges die entsprechenden Kerben und natürlich das Material, also vernickeltes Messing. Eine schlechte Kerbe kann die Dynamik und den Ton einer Gitarre völlig einschränken. Auf solche Sachen lege ich großen Wert, sowohl bei meinen eigenen Gitarren, als auch bei denen, die ich an- und verkaufe.

Was macht für dich eine gute Les Paul aus?

Gregor: Wie gesagt, die Dynamik ist entscheidend. Dann kommt die Ansprache, und da habe ich die Erfahrung gemacht, dass Les Pauls, die eher leicht sind, also unter 4 Kilo, eine luftige Ansprache entwickeln, die mir persönlich am besten gefällt.


7 Ja-oder-Nein Fragen

Klingt eine Nitro- besser als eine Polyurethan-Lackierung?
Gregor: Ja.

Klingt eine Gitarre durch jahrelanges Einspielen besser?
Gregor: Ja.

Klingen Vintage-Gitarren besser als moderne gleichwertige Instrumente?
Gregor: Ja.

Klingt ein dicker Hals besser als ein normaler?
Gregor: Ja.

Bringt eine Set-Neck- mehr Sustain als eine Bolt-On-Bauweise?
Gregor: Ja.

Mehr Holz = mehr Ton?
Gregor: Nein.

Klingen dicke Saiten besser?
Gregor: Ja.