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Gravity Picks

Gitarren-Blog

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Gravity Picks

Mihai Curteanu

Dieses Review wollte ich schon lange schreiben. Und das nicht nur, weil Chris Fahey von Gravity Picks so nett war und mir mehrere Samples geschickt hat, sondern weil es über diese Plektren einfach viel Interessantes zu berichten gibt. Es ist nämlich selten ein Zufall, dass Hersteller mit hilfreichem Kundenservice und freundlichem Mailkontakt auch gute Produkte vertreten.

Gravity Picks kommen aus Kalifornien und haben sich in den letzten Jahren auf dem Markt etabliert. Manche Gitarristen, die sich gerne mit diesem Thema beschäftigen, werden vielleicht denken, ähnliche Plektren bereits gesehen zu haben. Tatsächlich produziert die Firma V-Picks seit Jahren eine riesige Auswahl an Acryl-Plektren. Dennoch heben sich die Gravity Picks zum einen optisch deutlich von den V-Picks ab, und zum anderen habe ich bisher kein V-Pick getestet, das mich persönlich so begeistert hat wie diese bunten Gravitys.

Jetzt sollte ich langsam wieder objektiv werden: Gravity Picks sind definitiv nicht billig, aber in der Boutique-Liga liegen sie doch noch auf der „günstigen“ Seite des Preisspektrums. Für das Geld bekommt man hier ein hervorragend verarbeitetes Pick aus Acryl mit perfekt polierten Kanten. Es gibt zahlreiche Optionen, was die Maße des Plektrums und die Spitzenform betrifft. Fair enough - aber bekommt man hier wirklich etwas Besonderes? Das kann man wohl sagen. Die meisten Gravity Picks sind tatsächlich mit keinen anderen Plektren auf dem Markt wirklich vergleichbar (auch nicht unbedingt mit den V-Picks!). Die feinen Unterschiede liegen also im Material sowie in der Form der Spitze und des Plektrums selbst. Übrigens: oberflächlich, wie es klingen mag, sind diese Picks rein optisch ein Highlight.

Die Classic-Variante besitzt eine eher „normale” Spitze, allerdings mit spezieller Kantenabflachung. Bei der Größe kann man zwischen Mini, Big Mini und Standard wählen, und die Stärke variiert zwischen 0,75mm und 3mm. Bei all diesen Modellen hört man aber sofort den Acryl-Sound heraus: solider Bass, aufgeräumte Mitten und auffällige, glasige Höhen. Die Gravity Picks laden den Gitarristen einfach dazu ein, schneller und lauter zu spielen, und belohnen mit einem sehr dynamischen, knackigen Attack. Mit einem solchen Plektrum ist es so gut wie unmöglich einen „matschigen“ Gitarrenklang zu erzeugen. Und es wird noch besser: das Material der Gravitys zeichnet sich beim Spielen durch ein blitzschnelles Release aus, d.h. es bleibt kaum an den Saiten hängen. Das ist zwar Geschmackssache (manche Gitarristen mögen lieber etwas mehr Widerstand beim Anschlagen), aber eins ist sicher: für schnelles Spiel braucht man ein Pick mit schnellem Release. Und die Gravitys sind in dieser Hinsicht ziemlich unschlagbar.

Die Razer-Varianten bieten mit ihren schärferen Spitzen ein etwas präziseres Feeling und einen definierteren, noch höhenlastigeren Klang. Sie sind allerdings auch etwas schwerer zu kontrollieren und verzeihen dem Spieler keinen einzigen Fehler. Das kann man ja als Herausforderung sehen, wenn man will: take it or leave it! Das Razer Mini 1,5mm ist übrigens eine starke Jazz III-Alternative.

Aus rein klanglicher Perspektive würde ich behaupten, dass es für Vintage-Gitarrensounds wahrscheinlich bessere Plektren gibt. Dafür klingen die Gravity Picks doch ein wenig zu „scharf”, wobei das wiederum auch den Tele-„Twang“ oder Strat-„Quack“ unterstützen könnte. Für Clean-Sound oder Funk-Rhythmen sind sie ebenfalls wunderbar geeignet. Mehr als alle anderen dürften aber Metal-Gitarristen oder Shredder diese Plektren schätzen. Wer einen durchsetzungsfähigen, auffälligen Sound erzielen möchte und sich vor schnellen Soli nicht scheut, könnte unter den Gravity Picks das vielleicht entscheidende Puzzle-Stück der Signalkette für sich entdecken.