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Gitarren-Mythen: dicke Saiten klingen besser

Gitarren-Blog

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Gitarren-Mythen: dicke Saiten klingen besser

Mihai Curteanu

„Je dicker die Saiten, umso besser der Sound” – dieser Mythos scheint seit mehreren Jahrzehnten unter Gitarristen immer noch recht verbreitet zu sein. Aber stimmt das wirklich? In diesem Fall ist die Antwort ziemlich offensichtlich: Nein, dicke Saiten klingen nicht besser, nur anders.

Warum steht das eigentlich gar nicht zur Debatte? Nun, man kann sicher davon ausgehen: klängen harte Saiten wirklich besser, hätten das im Laufe der Rockgeschichte solche Typen wie Jimi Hendrix, Eric Clapton oder Jimmy Page bestimmt auch mitbekommen. Wir schauen uns einfach die Liste der 100 besten Gitarristen aller Zeiten (laut Rolling Stone Magazine) an und die Gitarrensaiten, die diese Musiker benutzt haben.

Jimi Hendrix

  • Jimi Hendrix hat meistens folgende Saitenstärken gespielt: .010, .013, .015, .026, .032 und .038. Das entspricht heute einer Mischung aus 8er- und 10er-Saiten. Außerdem wird oft berichtet, er habe auf unkonventionelle Art mit Einzelsaiten experimentiert (z.B. eine dünne E- an der Stelle der B-Saite aufgezogen), um die Bespielbarkeit seiner Stratocaster beim Bending zu erleichtern.
  • Eric Clapton: 10er-Saiten (10-46)
  • Jimmy Page: 9er-Saiten (9-42); früher 8er-Saiten (8-38)
  • Keith Richards: 10-46
  • Jeff Beck: 10-48; früher 9-46
  • B.B. King: 10-54
  • Chuck Berry: 8er-Saiten
  • Eddie Van Halen: 9-40
  • Duane Allman: 10-46
  • Pete Townshend: 10-52

Eric Clapton

Weitere Beispiele: Ritchie Blackmore (10-42); Carlos Santana (9,5-43); Brian May (9-42); David Gilmour (10-48); Billy Gibbons (8-40 oder 7-38(!)); Angus Young (9-42); Steve Lukather (9-42); Alex Lifeson (9-46) etc.

So langsam wird es klar: die Rockgeschichte wurde mit normalen und nicht mit harten Gitarrensaiten geschrieben. Bis auf wenige Ausnahmen wie Stevie Ray Vaughan, Dick Dale oder Joe Bonamassa spielt fast kein berühmter Gitarrist stärkere als 10er-Saiten. Überraschend ist eigentlich, wie viele legendäre Rockplatten mit 8er-Saiten eingespielt wurden.

Jimmy Page

Und trotzdem: jeder darf natürlich seine eigene Wahl treffen, und 11er- oder 12er-Saiten müssen nicht unbedingt schlecht sein, aber sie sind keinesfalls besser als 9er- oder 10er. I.d.R. haben harte Saiten tatsächlich etwas mehr Output als die dünnen, aber gleichzeitig auch weniger Höhen und Obertöne. Der Hauptnachteil ist ganz klar die erschwerte Bespielbarkeit, insbesondere beim Solospiel mit viel Saiten-Bending. In aller Ehrlichkeit: kaum jemand kann wirklich wie Stevie Ray Vaughan mit Monster-Saiten umgehen. Sein intensives Gitarrenspiel ist legendär und seine Fingerkraft einzigartig.

Zwar haben dünnere Saiten ihre physikalisch unvermeidlichen Nachteile (z.B. geringere Stimmstabilität oder problematische Intonation), dafür lassen sie sich deutlich leichter bespielen und unterstützen das Bending und das Finger-Vibrato. Da die Gitarre – wie jedes andere Musikinstrument übrigens auch – sowieso nicht perfekt ist, zählt am Ende die Musik, die man damit kreieren kann, mehr als die Sound-technischen Details des kreativen Vorgangs. Es ist also eine „Geben und Nehmen”-Situation, bei der meistens das Song-dienliche Spielgefühl über die Saitenwahl entscheidet. Wer dicke Saiten für einen lauteren und „fetteren Sound” haben möchte, vergisst wohl, dass es zu solchen Zwecken schließlich auch noch entsprechende Regler am Gitarrenamp gibt.