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Gearheads und Anti-Gearheads

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Gearheads und Anti-Gearheads

Mihai Curteanu

Es gibt unter Gitarristen recht viele Muster und Stereotypen, die man leicht erkennen kann. Und das meine ich nicht unbedingt im negativen Sinne. Es gibt z.B. die „Gearheads“, für die jedes einzelne Detail der Signalkette eine wichtige Rolle spielt. Manche Monster-Gitarristen wie David Gilmour, Billy Gibbons, Eddie Van Halen, Eric Johnson oder Joe Bonamassa sind für mich typische Gearheads. Wenn ich weiter nachdenke, dann ist fast jeder zweite berühmte Gitarrist ein Gearhead oder hat zumindest diese Tendenz. Auch wenn der Sound der Legenden letztendlich aus deren Fingern kommt, überlassen diese Spieler trotzdem nichts, was mit dem Equipment zu tun hat, dem Zufall. Sie denken an Gitarren, reden über Gitarren, atmen und leben für Musik und Gitarren.

Immer wieder hört man Aussagen wie: „Ja, aber Clapton würde auf einer billigen Squier immer noch nach Clapton klingen!”. Ich stimme dieser Aussage zu 99% zu. Richtig, Clapton würde das schaffen, denn sein Sound kommt aus seinem Finger-Vibrato, seiner Bending-Technik, aus seiner rechten Hand, also wortwörtlich aus seinen Fingern. Und natürlich aus den Tönen, die er in seiner Musik wählt. Aber wie oft spielt Eric Clapton eine Squier auf der Bühne? Warum denn immer diese tollen Fender Stratocaster aus dem Custom Shop, die bis ins kleinste Detail nach seinen Wünschen gebaut werden? Dazu ein ganz bestimmter Satz Saiten und ein bestimmtes Plektrum - das scheint ihm wohl nicht egal zu sein. Und Eric Clapton ist eigentlich weit entfernt von einem typischen Gearhead: er spielt seine Strat direkt über den Amp, also ein eher minimalistisches Setup.

Dieses Beispiel bringt uns zum nächsten Stereotypen, dem ich in den letzten Jahren immer öfter begegnen durfte: dem „Anti-Gearhead“. Das sind Gitarristen, die laut und stolz erzählen: „Entweder kannst du spielen - und dann ist es egal was du für Gitarren, Saiten oder Plektren benutzt - oder eben nicht.” Und schon wieder ist diese Aussage leider nicht ganz unwahr. Aber sie ist übertrieben. Und übertriebene Wahrheiten haben meistens mit Vernunft wenig gemeinsam. Ich denke, wieviel Wert man auf das eigene Equipment legt, sollte jedem selbst überlassen sein. Equipment-bewusst oder sogar ein Gearhead zu sein, scheint übrigens keine schlechte Einstellung zu sein. Das ist nicht nur etwas Psychologisches und hat mit einem gewissen Wohlgefühl beim Spielen zu tun, sondern es zeigt auch Respekt vor den Zuhörern, denen man u.a. den besten Sound bieten würde, zu dem man in der Lage ist.