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Fame Forum III

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Fame Forum III

Mihai Curteanu

Bei Gitarren wie dieser Fame Forum muss ich mir das Konzept meines Reviews gut überlegen. Betrachte ich sie als PRS-Kopie, was sie ohne Zweifel ist, oder als „eigenständige” Gitarre? Der Vergleich mit amerikanischen Paul Reed Smith wäre einfach unfair und auch wenig relevant, denn zwischen solchen Instrumenten und Fame liegen Welten, vor allem, was den Kaufpreis betrifft. Trotzdem kommt unsere Fame nicht aus dem PRS-Schatten heraus, und sogar noch schlimmer: sie bewegt sich geradewegs durch ein gefährliches Minenfeld voller guter koreanischer PRS SE-Gitarren, die bei ähnlichen Preisen bereits einen sehr guten Ruf haben. Es ist also eine spannende Frage, ob die im Auftrag vom deutschen Music Store in Polen hergestellte Fame Forum sich in ihrer Preisklasse durchsetzen kann.

Das Motto „Made in Europe” ist schon mal ein guter Anfang. Die Vermutung liegt nahe, dass die Qualitätskontrolle von der relativ geringen Entfernung zwischen Deutschland und der Firma Mayones in Polen profitieren kann. Nachdem ich die vorliegende Testgitarre selbst in Köln ausgesucht habe und dabei bestimmt ein Dutzend anderer Fame-Modelle getestet habe, müsste ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht begeistert war.

Ausstattung

Die Bauweise der Fame Forum III ist eher modern als traditionell. Wir haben es mit einem Erle-Korpus mit Ahorn-Decke und einem eingeleimten Ahorn-Hals zu tun. Dieser ist mit einem 24-bündigen Palisander-Griffbrett versehen. Noch weniger traditionell ist hier natürlich das Tremolo-System. Diese Bauweise hat sich allerdings bei PRS-Gitarren seit vielen Jahren bewährt und als „moderner Klassiker“ etabliert. Gerade aus diesem Grund ist es eher überraschend, dass die Forum III keine 25 Inch, sondern eine Gibson-typische Mensur von 24,75 Inch aufweist. Alles in allem scheint das dennoch auf einem durchdachten und stimmigen Konzept zu basieren.

Was hat also die Fame zu bieten, was z.B. eine PRS SE Custom 24 nicht hat? Kurze Antwort: die Pickups. Während die PRS SE mit koreanischen Pickups ausgestattet sind (die übrigens i.d.R. gar nicht schlecht sind), kommt die polnische Forum III mit amerikanischen Seymour Duncan-Tonabnehmern. An Bord ist das seit Jahrzehnten hart erprobte und sehr beliebte JB-Set (SH-4 an der Bridge und SH-2 am Hals, beide über den Push-Pull-Volume-Poti splitbar), dessen Bezeichnung „JB” übrigens nicht für „Jeff Beck“ steht, sondern für „Jazz & Blues”. Ebenfalls erwähnenswert: die Mechaniken sind von Schaller.

Handling und Bespielbarkeit

Wer PRS mag, wird sich auf der Fame direkt wohl fühlen. Wer PRS nicht kennt, hat auch gute Chancen, sich in die Fame zu verlieben, denn das Handling dieser Gitarre ist wirklich hervorragend. Die Balance am Gurt und im Sitzen, die Ergonomie und nicht zuletzt das nicht zu dicke, leicht D-förmige Halsprofil sorgen für Spielkomfort fast ohne Kompromisse. Ich sage „fast”, denn das Einzige, was mich ein wenig stört, sind die hohen Madenschrauben an der Bridge. Das ist aber wirklich nichts Schlimmes, und diese Schrauben könnte man problemlos für kleines Geld gegen besser passende austauschen.

Insgesamt scheint das ganze Tremolo-System leider nicht besonders hochwertig zu sein. Deshalb halte ich es für sinnvoll, dass dieses ab Werk bereits aufliegend eingestellt wurde, so dass es sich im Grunde wie eine fixierte Brücke verhält. Mit den vier vorhandenen Tremolo-Federn dürfte die Gitarre auch langfristig stimmstabil und zuverlässig arbeiten.

Die Bespielbarkeit ist ansonsten überragend, was die Gitarre u.a. einer sehr sorgfältigen Bundierung und eines optimal gekerbten Sattels zu verdanken hat. Das außergewöhnlich flache Griffbrett mit 14”-Radius und die modernen Medium-Jumbo-Bünde tragen ganz bestimmt auch dazu bei. Die in Handarbeit vorbildlich abgerundeten Bundkanten dürften in dieser Preisklasse unübertroffen sein.

Sound

Das Attribut „vielseitig” scheint mittlerweile in so gut wie jedem Review vorzukommen, auch wenn das nicht unbedingt zutrifft. Alles von Country-Twang bis Heavy-Metal-Distortion können nämlich nur recht wenige Gitarren. Die Fame Forum ist eine davon. Sie klingt zwar weder nach Stratocaster noch nach Les Paul, aber sie bringt eine große Vielfalt an nützlichen Sounds überzeugend rüber, und das sogar, ohne dass man den Push-Pull-Poti aktivieren muss.

Trotz kurzer Mensur und heißer PUs klingt die Fame im Clean-Kanal unerwartet glockig und höhenreich. In der Mittelstellung entwickeln die beiden Seymour Duncans zusammen einen wunderbaren, fetten Twang, womit man locker Country-Licks spielen könnte. Diese Soundeigenschaften liegen vermutlich an der großen Menge verbauten Ahorns und dem Tremolo-System. Allein die Split-Coil-Sounds finde ich eher dünn, aber hier erwartet man schließlich auch kein Wunder.

Schalten wir mal direkt auf einen gesunden Hard-Rock-Sound um, und schon gibt es die nächste Überraschung. Die Fame wird mit zunehmender Verzerrung immer fetter - eine Eigenschaft, die man übrigens von guten Strats kennt. Das macht richtig Spass, und im Grunde betreten wir erst jetzt das Revier der JB-Pickups. Auf weitere blumige Sound-Beschreibungen werde ich verzichten: Rock und Metal kann diese Gitarre einfach.

Verarbeitung

Ich fange mit den Minus-Punkten an. Wie bereits erwähnt, das Tremolo-System und die Saitenreiter sind nicht von bester Qualität - hier wurde offensichtlich gespart. Zum Glück ist das durch die aufliegende Werkseinstellung nicht wirklich dramatisch. Ansonsten fallen mir nur noch Kleinigkeiten auf: Das Trussrod-Cover ist nicht ganz passgenau, die Potis sind sehr leichtgängig und die Potiknöpfe etwas lose. Das sollte zwar nicht unbedingt sein, aber im Notfall kann ein kurzer Besuch beim Gitarrenbauer alles schnell erledigen. Und das würde sich lohnen, denn die Bespielbarkeit und die Sounds der Fame Forum III sind wirklich auf sehr hohem Niveau. Ansonsten habe ich bei der Verarbeitung keine Beschwerden.

Fazit

Wer auf das PRS-Design steht und/oder eine äußerst vielseitige Rockgitarre sucht, aber nicht das nötige Budget für eine in USA hergestellte Paul Reed Smith hat, sollte sich mit der Marke Fame ein wenig beschäftigen. Die Forum III dürfte sich als nachhaltige Investition erweisen, denn nur ein paar wenige, nicht-essentielle Details trennen diese Gitarre von einem Profi-Instrument.