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Typische Fehler im Umgang mit Gitarren: falsche Saiten aufziehen

Gitarren-Blog

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Typische Fehler im Umgang mit Gitarren: falsche Saiten aufziehen

Mihai Curteanu

Beispiel: man möchte sich als Gitarrenanfänger eine Gitarre kaufen, und im Laden wird einem typischerweise eine Konzertgitarre empfohlen. Man kauft diese und legt fleißig los, allerdings klingt auch nach längerer Zeit Selbststudium weder „Nothing Else Matters” noch „Stairway To Heaven” annähernd wie das Original. Noch weniger authentisch hört es sich an, wenn man versucht „Knockin’ On Heaven’s Door” oder „Wonderwall” mit Plektrum auf Nylon-Saiten zu spielen. Das Problem wird bald gelöst, als ein gitarrenspielender Bekannter berichtet, man bräuchte dafür Stahlsaiten.

Der Steg einer Konzert-Gitarre: die Saiten werden mit einem speziellen Knoten daran befestigt.

Solche Szenarien sind wahre Geschichten, die öfter passieren, als man denkt. Wenn man im Unwissen oder auf eine nicht ganz kompetente Empfehlung hin Stahlsaiten auf eine Konzertgitarre aufzieht, dann werden ausnahmslos und manchmal nach sehr kurzer Zeit dauerhafte und teilweise irreparable Schäden entstehen. Um das nachvollziehen zu können, muss man zuerst die Unterschiede zwischen Western- und Konzertgitarren kennen.

Akustikgitarren haben zwei Hauptvertreter: die Western-Gitarre und die Konzertgitarre. Letztere wird auch als klassische Gitarre oder spanische Gitarre bezeichnet. Westerngitarren werden immer mit Stahlsaiten bespannt, Konzertgitarren dagegen nur mit Saiten aus Nylon.

Konzertgitarrensaiten

Da bei klassischen Gitarren die drei Bass-Saiten einen Nylonkern haben, der aber zusätzlich mit Draht umsponnen ist, wird manchmal fälschlicherweise angenommen, die Gitarre habe drei dicke Stahl- und drei dünnere Nylonsaiten. Der Versuch, eine klassische Gitarre mit Stahlsaiten zu bespannen, endet – wie bereits erwähnt – in einem Fiasko.

Es gibt unzählige Saitensätze für klassische Gitarren auf dem Markt, jedoch haben Nylonsaiten meistens drei mögliche Stärken:

Nylon-Saiten für Konzert-Gitarre (klassische Gitarre)

  • Weiche Spannung (low tension) lassen sich am leichtesten spielen und haben ein sehr angenehmes Spielgefühl. Sie sind für Anfänger gut geeignet, aber werden manchmal auch von erfahrenen Gitarristen bevorzugt. Der Klang ist eher leise, und sie verstimmen sich unter Umständen ziemlich schnell. Außerdem können Nylon-Saiten mit weicher Spannung oft Saitenscheppern an manchen Bünden (fret buzz) hervorrufen.
  • Normale Spannung (normal tension oder medium tension): mit Abstand die am weitesten verbreiteten Nylonsaiten und die Standard-Bespannung fast aller Konzertgitarren. Sie sind sowohl für Anfänger als auch Profis geeignet, spielen sich angenehm und klingen sehr ausgewogen.
  • Harte Spannung (hard tension) werden vor allem von Profis benutzt, um einen noch druckvolleren Klang zu erzeugen. Diese Saiten sind zwar laut und stimmstabil, jedoch relativ schwer zu spielen.

Der Steg einer Western-Gitarre: die Saiten werden hier mithilfe von Bridge-Pins befestigt.

Western-Gitarrensaiten

Im Gegensatz zu Nylonsaiten haben Stahlsaiten eine viel höhere Spannung und können – falls sie aus Unwissen auf eine Konzertgitarre aufgezogen werden – innerhalb kurzer Zeit den Hals und die Decke verbiegen oder sogar dazu führen, dass der Steg sich von der Decke ablöst. Dementsprechend werden Westerngitarren viel stabiler gebaut. Der Hals einer Westerngitarre wird z.B. zusätzlich mit einem einstellbaren Metallstab (truss rod) verstärkt, um den Saiten Gegenzug zu leisten.

Wegen der hohen Spannung ist die Wahl der Stahlsaiten entscheidend für die Bespielbarkeit und den Zustand der Gitarre. Der Wechsel auf eine andere Saitenstärke erfordert immer eine neue Justierung des Halsstabes, die nur von Gitarrenbauern oder erfahrenen Gitarristen vorgenommen werden sollte. Es ist also wichtig zu wissen, mit welcher Saitenstärke die Gitarre bespannt wurde und welche sie am besten verträgt, bevor man selbst versucht, die Saiten zu wechseln.

Die Auswahl an Stahlsaiten ist inzwischen so groß, dass es kaum noch typische Kategorien mehr gibt. Auch deren Bezeichnungen variieren oft. Hier sind trotzdem die am häufigsten verwendeten Saitenstärken für Western-Gitarre:

Stahlsaiten (steel strings) für Western-Gitarre

  • 10er-Saitensätze (meistens Extra Light genannt, mit Saitendurchmessern von .010-.047 oder .010-.048 inch) sind die weichsten Stahlsaiten und werden vor allem von Anfängern benutzt, die sich langsam an die Stahlsaiten gewöhnen möchten. Sie verstimmen sich relativ schnell und haben einen eher leisen Klang.
  • 11er-Saitensätze (meistens Custom Light genannt, mit Saitendurchmessern von .011-.050 oder .011-.052 inch) sind die erste Wahl der meisten Gitarristen, egal ob Anfänger oder Profis. Sie lassen sich angenehm spielen, halten gut die Stimmung und klingen voll und ausgewogen.
  • 12er-Saitensätze (meistens Light genannt, mit Saitendurchmessern von .012-.053 oder .012-.054 inch) haben trotz der Bezeichnung „Light” eine relativ hohe Spannung und lassen sich nur mit ordentlicher Fingerkraft sauber spielen. Sie werden von vielen Profis bevorzugt, weil sie einen lauten, druckvollen Klang erzeugen und eine sehr gute Stimmstabilität aufweisen.
  • 13er-Saitensätze (meistens Medium genannt, mit Saitendurchmessern von .013-.056 inch) gelten heutzutage als die härtesten Stahlsaiten, die eine Westerngitarre in Standard-Stimmung verträgt. Sie werden von Herstellern vor allem für die größten Bauweisen wie z.B. Dreadnought oder Jumbo empfohlen. Alle anderen Westerngitarren (z.B. Parlor oder sogenannte Folk-Gitarren, Orchestra Model, Grand Auditorium etc.) sollten höchstens mit 12er-Saiten bespannt werden. Die Mediums (13er) sind recht schwer zu spielen und werden hauptsächlich von Profi-Gitarristen mit starken Händen benutzt, die einen möglichst lauten und basslastigen Gitarrenklang erzielen. Diese Saiten können allerdings langfristig den Halswinkel und die Deckenwölbung verändern, sodass die Gitarre nach einigen Jahren aufwendige Reparaturen benötigt.