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Dunlop Jazz III

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Dunlop Jazz III

Mihai Curteanu

Ich mag Pauschal-Ratschläge überhaupt nicht, aber heute werde ich trotzdem selber einen geben: wer die Jazz III Plektren noch nicht getestet hat, sollte das unbedingt tun. Es ist einfach eine völlig neue Spielerfahrung.

Die Liste der Jazz III-Spieler ist beeindruckend: John Petrucci, Joe Bonamassa, Eric Johnson, Kirk Hammett, Mike Tremonti und natürlich unzählige weitere Gitarristen aus allen Genres haben den kleinen Jazz III schon vor langer Zeit zum Kultstatus verholfen. Obwohl diese Plektren meistens von Rock- und Metal-Gitarristen bevorzugt werden, haben sie unter Blues- und Jazz-Profis auch jede Menge Anhänger.

Warum empfehle ich diese so gerne? Nein, ich benutze sie selber nicht, obwohl ich mehr oder weniger damit gelernt habe, E-Gitarre zu spielen. Die Jazz III gehören zu den Plektren, die man entweder gar nicht mag, oder die einen starken Aha-Effekt verursachen. Genau diesen Aha-Effekt sollte man nicht verpassen, und wenn man ihn nicht hat, dann weiß man zumindest, dass man kein Jazz-III-Typ ist. Sehr oft berichten Gitarristen, die von normalen Plektren auf Jazz III umsteigen, danach mit keinen anderen Plektren mehr spielen zu können. Solche Aussagen mögen zwar etwas übertrieben klingen, aber sie verraten die Wahrheit: die kleinen Picks machen irgendwie abhängig, und das ist nicht unbedingt schlecht.

Die „klassischen” Jazz III werden aus Nylon gemacht und sind im Vergleich zur sogenannten Normalform ziemlich winzig. Sie passen gerade unter den Daumen, sodass man beim Spielen praktisch nur eine kleine Spitze zur Verfügung hat. Diese ist überhaupt nicht abgerundet, sondern scharf, was zu einem klaren, hellen Anschlag führt. Und genau das macht die Jazz III aus: sie lassen sich wegen des Nylons relativ leicht spielen, bieten aber ein präzises Spielgefühl und sind deshalb für anspruchsvolle Gitarrenstile eine sehr beliebte Wahl.

Es muss allerdings gesagt werden: für Akustikgitarre kann man diese Picks getrost vergessen, außer man spielt vielleicht wirklich Jazz. Beim Strumming oder Flatpicking auf einer Westerngitarre bekommt man damit keinen „Click“ und normalerweise einfach keinen guten Sound hin. Dafür sucht man sich meistens ein anderes Lieblingsplektrum aus. Aber bei der E-Gitarre öffnet sich die Tür zu einer völlig neuen Welt. Man lernt mit der Spitze sehr sparsam umzugehen, die Saiten geschmeidig und zugleich zielsicher zu treffen. So entsteht ein artikulierter Ton mit guter Saitentrennung und kaum Anschlagsgeräuschen, jedoch breitem Klangspektrum und beachtlicher Dynamik. Oft hört man, die Jazz III seien super für Shredding und allgemein für schnelles Spiel. Dieser Aussage würde ich eher widersprechen: man muss mit diesen Plektren härter arbeiten, um schnell zu spielen, denn die Spitze verlangt eine sehr gute Technik, wenn man Gas gibt. Und sie verzeihen keinen einzigen Fehler. Aber wenn man mit der Technik soweit ist, dann hört man auch wirklich die ganze Menge Noten, die man spielt. Insofern sind die Gerüchte nicht ganz unbegründet. Trotz aller Vorurteile würde ich sagen: diese Pleks sind ein echter Allrounder, und man kann sie genauso gut für Hendrix wie für Iron Maiden Songs nehmen. Übrigens: sie kosten nicht viel und halten ewig.

Die ursprünglichen Nylon-Jazz III gibt es in zwei leicht unterschiedlichen Varianten: die kultigen roten und die etwas steiferen schwarzen (auch „Stiffo” genannt). Wenn man mit deren Größe nicht klarkommt, aber das Handling und den Sound mag, sollte man die Jazz III XL testen. Allein Jim Dunlop hat inzwischen über ein Dutzend Jazz-Plektrenmodelle aus unterschiedlichen Materialien im Angebot. Und andere Hersteller wollen natürlich auch ein Stück von dem so beliebten Jazz-III-Kuchen abhaben. Ich werde demnächst noch einige ähnliche Picks unter die Lupe nehmen, aber bis dahin kann ich mich vorerst nur wiederholen: unbedingt das Original testen!