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ChickenPicks - nicht für jedermann!

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

ChickenPicks - nicht für jedermann!

Mihai Curteanu

Seit über zehn Jahren bin ich ein bisschen besessen von Gitarrenplektren. In dieser Zeit habe ich im wahrsten Sinne des Wortes tausende von Picks angesammelt, also bin ich diesbezüglich nicht mehr so leicht zu beeindrucken. Vor allem weiß ich genau, was ich von einem Plektrum erwarte und was für meine Spielweise funktioniert. Dicke Pleks waren z.B. nie mein Ding, alles über 1,5mm hatte für mich einfach nicht die richtige Balance. Obwohl ich auf die ChickenPicks sehr gespannt war, hatte ich nicht wirklich damit gerechnet, dass diese meine Lieblingsplektren werden könnten. Damit lag ich falsch.

Diese Plektren werden aus einem extrem harten Kunststoff (Duroplast) hergestellt und in Handarbeit geformt. Es gibt drei Modelle: Light (2,2mm), Regular (2,6mm) und Shredder (3,5mm). Die ersten zwei (Light und Regular) sind minimal größer als die Fender-Normalform, während der Shredder etwas kleiner ausfällt (jedoch nicht ganz so klein wie z.B. ein Dunlop Jazz III). Das Duroplast soll so hart sein, dass man mit einem einzigen ChickenPick jahrelang auskommen kann - falls man es nicht verliert, versteht sich.

Ich werde es mir in diesem Review erlauben, etwas enthusiastischer zu schreiben als sonst. Alles andere wäre gelogen, denn ich war lange Zeit nicht mehr so begeistert von irgendeinem Stück Gitarrenequipment überhaupt. Die ChickenPicks sind zwar echt massiv, aber zu meiner völligen Überraschung fühlen sie sich nicht so an. Das liegt an der breiten Abflachung des Randes: dadurch hat man ein vertrautes Spielgefühl und die Kontrolle eines dünneren Plektrums, aber mit erhöhter Dynamik und Extra-Sustain, die tatsächlich von der zusätzlichen Masse erzeugt werden.

Das Shredder-Modell bleibt mir sofort zwischen den Finger kleben. Diese Form habe ich immer gemocht, und die ChickenPicks bringen alles auf den Tisch, was ich an dicken Plektren bisher vermisst habe. Und noch mehr: der Ton ist fett, aber knackig, die Mitten sehr präsent und die Bässe ungewohnt stark. Man kann relativ viel Treble vom Amp runterregeln und trotzdem jede Note, die man spielt, glasklar hören. Diese Eigenschaften würde ich der besonderen Spitze und vor allem dem Duroplast zuschreiben. Was mich allerdings wirklich verrückt macht, ist die Kontrolle, die dieses Pick bietet: egal, welche Stilrichtung man spielt, das ChickenPick macht mit und bringt jeden Ton deutlich nach vorne. Allein durch den Wechsel des Anschlagswinkels kann man wunderbar jede Klangnuance zwischen warm und hell oder zwischen sanft und rau herausholen. Aber Vorsicht: dieses Pick spielt sich nicht unbedingt leicht und klingt nicht immer glatt! Man sollte also wissen, was man tut, sonst werden diese ganzen Ecken und Kanten für manche Spieler schon fast zu viel des Guten!

Ihr kennt bestimmt diese Klischee-Ratschläge, mit denen viele Testberichte enden: „Unbedingt antesten!“ oder Ähnliches, wo ich nur denken kann: warum sollte man das eigentlich tun?... Alles mögliche zu kaufen und zu probieren macht wenig Sinn, denn so verliert man sich nur in dieser endlosen Suche nach dem „perfekten“ Equipment und man vergisst schnell, Musik zu machen. Gerade so etwas wie die ChickenPicks ist definitiv nicht für jedermann geeignet, egal, wie gut ich oder jemand anders sie findet. Eine Empfehlung, diese zu testen, kann ich also nur für Gitarristen aussprechen, die recht anspruchsvoll in puncto Plektren sind, und keine Angst vor einem nicht ganz günstigen Experiment haben. Dann aber wärmstens!