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Am Ende zählen die Noten

Gitarren-Blog

Gitarren-Blog: Testberichte zu Gitarren-Equipment, Interviews, Storys, Tipps u.v.m.

Am Ende zählen die Noten

Mihai Curteanu

Die Zeit, die ich in Wien verbracht habe, hat mich sowohl inspiriert als auch mal wieder zum Nachdenken gebracht. In der Stadt der großen Komponisten kommt man an Mozart und Beethoven nicht vorbei – oder sollte zumindest nicht. Und kurz in die Geschichte der berühmten Klassiker einzutauchen, dürfte bei den meisten Gitarristen auch interessante Fragen wecken.

Wie konnte Mozart eine derart komplexe, vollendete und gleichzeitig sofort wiedererkennbare Musik schreiben? Was für eine unfassbare Begabung braucht man, um solche Stücke bereits als Kind zu komponieren? Und wie war es jemandem wie Beethoven überhaupt möglich, trotz Schwerhörigkeit und später sogar Taubheit immer noch herrliche Musik wie seine Sinfonien zu erschaffen?

Ich springe jetzt direkt zum Thema Gitarre. Wir Gitarristen beschäftigen uns bekannterweise gerne mit unserem Sound. Alles, was mit Equipment zu tun hat, wird i.d.R. als essenziell empfunden. Natürlich kommt irgendwann die erleuchtende Erkenntnis, dass die Spielweise vom Sound nicht zu trennen ist. Von den Weisen unseres Metiers hört man deshalb oft, dass der Sound vor allem aus den Fingern käme. Ist das auch wirklich so einfach?

Im Grunde bin ich mit der Fingerklang-Theorie einverstanden. Das Equipment ist zwar auch nicht unwichtig, aber es ist eher die Spielweise, die den Gitarrenklang entscheidend prägt. Dafür gibt es unzählige Beispiele, manche mittlerweile fast schon klischeehaft: Eric Clapton klingt bspw. immer noch nach Eric Clapton, egal ob er eine Gibson SG oder Fender Stratocaster spielt, egal ob Marshall Bluesbreaker oder seinen Fender Signature Amp. Das ist allerdings nur das Ende der Geschichte. Der Anfang und die Handlung sind eigentlich die Noten. Also die Musik. Um auf unser Beispiel zurückzukommen: Clapton klingt also nach Clapton hauptsächlich wegen der Noten, die er in seiner Musik wählt. Und wegen der Art, wie er diese Noten spielt, die Spieltechnik jedoch ist wahrscheinlich zweitrangig.

Wolfgang Amadeus Mozart hat zeitlose Musik komponiert, die zum Besten gehört, was die Menschheit bei dieser Kunstart jemals vorzuweisen haben wird. Ohne Zweifel konnte er phänomenal gut Klavier und Geige spielen, aber seine Musik ist nicht in seinen Fingern, sondern in seinem Kopf entstanden. Und Ludwig van Beethovens Werke wurden erst recht nur in seinem Kopf und auf dem Notenpapier zum Leben erweckt, denn er hat trotz Taubheit weiter komponiert. Dagegen denkt so mancher Gitarrist, er habe die musikalische Perfektion erreicht, nur weil er eine gute Les Paul und einen großen Marshall besitzt und ihm damit ein schöner Solo-Ton à la Slash gelingt…

Es mag für viele trivial klingen, doch ich habe das Bedürfnis, vor allem für meine gitarrenspielenden Leser Folgendes zu schreiben: guter Klang ist nicht gleich gute Musik. Feeling allein reicht ebenfalls nicht aus. Unabhängig davon, was man für Equipment besitzt und mit wieviel Gefühl der Gitarrensound aus den Fingern herausspringt: am Ende zählen die Noten, die man gespielt hat.